Ausstellungseröffnung „Mut zur Farbe“ im HELIOS Klinikum

 

Auch zur dritten Ausstellungseröffnung „Mut zur Farbe“ in der Magistrale des Klinikums waren wieder viele Gäste gekommen. Sie wurden von HELIOS Geschäftsführer Dr. John F. Näthke  und von der 2. Vorsitzenden des KV, Annegret Vahle, herzlich begrüßt. Beide betonten, wie bereichernd einerseits die Ausstellungen für Besucher, Patienten und Personal seien und das andererseits Künstler einen guten Ort gefunden hätten, ihre Werke zu zeigen. Das gilt auch für die farbenfrohen Bilder von Friedhelm Wolfrat, die viel Anerkennung fanden.               

Anschließend führte der 1. Vorsitzende Rolf-Jürgen Wind mit einem ausführlichen, anschaulichen Vortrag in die Ausstellung ein. Interessiert folgten die Besucher danach einem Interview, das ihnen den in Schleswig geborenen Künstler noch näher brachte. Freundlicherweise gestattete Jürgen Wind die Veröffentlichung seiner Rede, so dass auch zukünftige Ausstellungsbesucher nach der Lektüre durch viel Hintergrundwissen noch mehr von den Bildern haben werden.

 

Unter den Besuchern weilte auch die 94-jährige Mutter des Künstlers, die mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde.

 

 

 

 

Und jetzt lassen wir Rolf-Jürgen Wind zu Wort kommen:

„Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ 

Diese Worte, verehrte Gäste und liebe Kunstfreunde, kommen, wie Sie bzw. Ihr sicherlich  schon anhand der Wortwahl erahnt habt, nicht aus dem Munde unseres heutigen  Ausstellers Friedhelm Wolfrat. Diese Worte sind vielmehr das Gedankengut des großen deutschen Malers und Grafikers Paul Ernst Klee, dessen vielseitiges Werk unter anderem dem Expressionismus zuzuordnen ist. Unter dem Eindruck der uns hier in der Magistrale des Klinikum  von Friedhelm Wolfrat präsentierten  32 Werke umfassenden Bilderschau, lässt sich in meinen Augen durchaus eine Seelenverwandtschaft zwischen den beiden soeben benannten  Kunstschaffenden vermuten.                                                                                                                                                                                                               Denn, auch Friedhelm Wolfrat versteht sich als Expressionist, … der Inspiration, Disziplin, Leidenschaft und Gefühl miteinander zu vereinen weiß und  …..gleichzeitig in der Lage und fähig ist, seine Gefühle durch malerische Akzente zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Kraft und Energie zu verlieren.Er empfindet dabei die Leinwand als Erlebnisfeld, als Ort, an dem die Dinge sich entwickeln dürfen. So baut er bei der Arbeit die Farben vor sich auf, wählt diese intuitiv, spontan und emotional aus und trägt sie dann von Energie geladen, mit befreiender Wucht und  Freude auf die Leinwand auf.Mut zur Farbe! Nicht umsonst wählte Friedhelm Wolfrat diesen Titel für seine heutige Präsentation.  Ja, Mut zur Farbe, das steckt in ihm drin und ist sich dessen bewusst, scheut sich nicht, sich dazu zu bekennen … und lässt die Besucher seiner Website weidlich daran teilhaben.

Expressive Farbfeldfelder, Expressive Figuren, wie auch  Expressiv Abstrakt, das sind die Namen der Werkgruppen in denen er uns Besucher mit seinen eigens von ihm kreierten Farbexplosionen quasi überschüttet und bei dem Betrachter das Gefühl erzeugen, die Farben würden sich gegenseitig aufladen und zu leuchten beginnen.

„Über die Farben erhalte ich Zugang zu mir selbst; die Farbe und die Form auf der Leinwand gibt mir dabei Hinweise zu meiner Lebenssituation in der ich mich befinde.“   teilt Friedhelm Wolfrat mir zu seiner Malerei mit und ergänzt: „Ich bin die Farbe, die ich wähle! Jedes Bild ist für mich wie ein Abenteuer, dann ich weiß nie, was am Ende dabei herauskommt“.

Und eben diese Abenteuerlust, im Zusammenwirken mit den kraftvollen und farbenfrohen Arbeitsergebnissen  führten ihn, wie er mir gegenüber zu verstehen gibt, zum Studium bei einem der großen Malerfürsten, Prof. Markus Lüpertz.

Seine  Aufnahme in die Publikation „Internationale Kunst Heute 2016“, in der 149 Künstler aus 47 Ländern präsentiert werden, darf als weitere Anerkennung seines Schaffens gewertet werden.  So beschreibt die Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Gardill in diesem von Martina Kolle herausgegebenen Werk, seine Kunst wie folgt: „Mit großem Wurf und viel Leichtigkeit gelingt es Friedhelm Wolfrat  fröhliche Kompositionen zu zaubern.  Die annähernd rechteckige frei schwebende Form von  Im Schneckenhaus birgt dichte Felder von reiner, kräftiger und heiter stimmender Farbe. Dadurch erlangt diese Malerei eine gelungene, stimmig  zusammenklingende Harmonie von Farbe und Form mit einer außerordentlichen Präsenz, die den Betrachter gänzlich beflügelt“.  Das Bild mit dem Titel Im  Schneckenhaus aus der Werkgruppe Expressiv Abstrakt,  liebe Kunstfreunde, ist  heute zu entdecken unter der Bild-Nr.: 11 in der Nische auf der rechten Seite der Madrigale.                                                                                                                                                 

Das Bild mit dem  Titel Schnee aus seiner Werkgruppe ExpressiverFarbfelder– im Gang links neben der Magistrale unter der Bild Nr.: 23  gehängt – , beschreibt die Kunsthistorikerin Gardill wie folgt: „Obwohl Wolfrat speziell in dieser Serie vorwiegend mit Farbfeldern in zumeist rechteckigem Format experimentiert, erreicht er dennoch eine enorme Vielfalt seiner Arrangements und der von ihnen ausgehenden, besonderen Wirkung. So zeigt sich Schnee ganz anders, breitgelagert, in kräftigen, doch etwas gebrochenen Farben vor einem Hintergrund, der mit leichten Farbspuren durchsetzt ist. Gerade dadurch erlangt die Malerei einen gelungene, stimmig zusammenklingende Farbe und Form mit einer außerordentlichen Präsenz, die den Betrachter gänzlich beflügelt.“

Liebe Kunstfreunde, wer verbirgt sich nun hinter diesem Maler und Menschen Friedhelm Wolfrat, der beinahe 40 Jahre als diplomierter Bau- und Vermessungsingenieur und Personalrat in Reutlingen gelebt und gearbeitet hat? Sich mehr oder weniger von Jugendjahren an mit der Malerei beschäftigt, sich  aber erst, beginnend mit dem  Jahre 2010,  im Rahmen von  Studien und Studienreisen bei namhaften Künstlern und Kunstinstituten, ernsthaft fort- und weitergebildet hat? Der sich mit seinem  sage und schreibe 8 mal  4,5 Meter umfassenden Schmetterlings-Monumentalwerk  „Mariposa“ 2015 im Rahmen der Reutlinger Kulturnacht präsentierte ….. und heute,  fernab seines Lebensmittelpunktes  uns Schleswiger  Kunstfreunde zum Betrachten seiner Bilderausstellung mit dem Titel  Mut zur Farbe, ermuntern und beflügeln will?

Hier die Auflösung:

„Lieber Friedhelm,

zu Beginn des vergangenen Jahres hast Du meine Adresse über die Homepage erfahren und bei mir angefragt, ob du bei uns in Schleswig ausstellen darfst. Daraufhin haben wir uns im Sommer zu einem persönlichen Gespräch im Kapphörnchen getroffen und erfahren, dass uns „Vieles“ miteinander verbindet. Mit der Behauptung, dass sich auch zwischen uns beiden eine gewisse Seelenverwandtschaft nicht verheimlichen lässt, möchte ich den Bogen zu  meinen einleitenden Worten schließen und meine Behauptung beispielhaft untermauern:

– wir beide wurden in den Wirren der Nachkriegszeit geboren

– dein Vater war Polizist und du Vermessungsingenieur,           ich dagegen  war Polizist und mein Vater Vermessungsingenieur

– wir beide haben uns jahrzehntelang in ehrenamtlichen und  berufsbezogenen  Bereichen für die Gemeinschaft eingesetzt

– und wir beiden haben uns bereits in jungen Jahren mit der  Malerei  auseinandergesetzt und beschäftigen uns nun in unserem zweiten Leben dem Pension- bzw. Rentendasein überwiegend und mit Leidenschaft dieser Passion.

Warum aber wolltest du ausgerechnet hier in Schleswig ausstellen?  …  und was fesselt dich auch heute noch, deine wertvolle Zeit und viel  Geld in deine Leidenschaft, die Malerei zu investieren?   (Anmerkung: Dies waren die Eingangsfragen des sich hier anschließenden Interviews, das wir leider nicht veröffentlichen können).

Herzlichen Dank, Dir, lieber Friedhelm, für die gelungene Ausstellung, Ihnen bzw. Euch allen für das Interesse an der Arbeit des Kunstvereins und Ihnen, Ihren Mitarbeitern und der Gastronomie, verehrter Herr Dr. Nathke für die wiederum großartige Unterstützung und Bewirtung.

 

  Fotos: Horst-Peter Junge,  Joachim Tschesch, 

 Annegret Vahle, Claus Vahle

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