Exkursion Bremen – E.Munch-Ausstellung

Liebe Mitglieder, liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, liebe Gäste,

bei der Suche nach einem eleganten Einführungstext für den Reisebericht, den uns Peter Junge dankenswerterweise gefertigt und für die Homepage aufbereitet hat, fällt mir soeben ein, dass dies eine gute Gelegenheit sei, den Vereinsmitgliedern – soweit sie denn diese Botschaften empfangen können -, mitzuteilen, dass ein Aktivisten-Quartett, bestehend aus Karin Menck, Roger und den beiden Vereinsvorsitzenden, mit schwerem Gerät neue Handläufe in unserem Treppenhaus montiert hat. Und da wir ja bekanntlich alles selber machen müssen, wollte ich uns an dieser Stelle auch gleich ‚mal selber loben.

Lob gebührt auch den Fleißigen, die sich bereits seit Tagen im Kreativ-Hus  um die Vorbereitung unseres Weihnachtsfestes verdient machen, allen voran Karen Marga, Bärbel Lutz und Renate Meier, soweit wir sehen konnten..- Nun aber endlich zum eigentlichen Anlass dieses neuen Artikels, dem Reisebericht Peter Junges:

 

Eine liebenswerte Stadt und die Lösung eines Rätsels.

Die letzte Exkursion des Jahres 2011 am 7. Dezember nach Bremen wurde wieder in bewährter Zusammenarbeit der Kunstvereine Schleswig und Husum geplant und durchgeführt. Mit 52 Teilnehmern aus beiden Vereinen voll besetzt, brachte uns der Bus der Firma Bölck in Schuby in vier Stunden dank bestem Schmuddelwetter und Dauerstau im Stadtgebiet Bremen an den Standort der Kunsthalle vor den Wallanlagen. Im Bus hatte Rolf Brendler vom Kunstverein Husum über die besondere Trägerschaft der Kunsthalle Bremen berichtet: die Kunsthalle ist ein durch Sponsoren, insbesondere Bürgerverein mit 7500 Mitgliedern, und durch Stifter finanziertes privates Museum. Der Renovierungsaufwand betrug 30 Millionen, paritätisch von Bund, Land Bremen und Lürssen-Stiftung getragen. Bis zum Besuch der Kunsthalle mit Führung durch die Sonderausstellung „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“ ab ca. 15 Uhr hatten die Teilnehmer viel Zeit zum Schlendern und Genießen in der Bremer Altstadt (beachtenswert: Schnoor-Viertel und Böttcherstraße mit Paula Modersohn-Becker-Haus) und zum Besuch des Weihnachtsmarktes.- Ab ca. 15 Uhr konnten die Exkursionsteilnehmer, aufgeteilt in drei nacheinander geführten Gruppen, die Munch-Ausstellung mit über 50 Exponaten besuchen; die Erläuterungen wurden von den begleitenden Kunsthistorikern über „audio guides“ übertragen. Das im Ausstellungstitel benannte „Rätsel hinter der Leinwand“ bezieht sich auf das über hundert Jahre unentdeckt gebliebene Bild „drei Männerköpfe und ein Mädchenakt“ auf der Rückseite eines Bildes im Besitz der Kunsthalle Bremen. Mit modernen Techniken aufgespürt (Röntgen-, UV-Strahlung), wurde das Motiv rekonstruiert sowie restauriert und wird in der Ausstellung gezeigt. Vorder- und rückseitig bemalte (einfache) Leinwände kommen auch bei anderen Malern vor (Beipiel: Kirchner); Munch benutzte jedoch zwei getrennte (doppelte) Leinwände auf demselben Keilrahmen; daher wurde die zweite Leinwand lange für eine Stützleinwand gehalten, und das Motiv war verborgen. Die Ausstellung insgesamt zeigt Edvard Munch als sensiblen, melancholischen Künstler mit einem weniger formal, mehr inhaltlich geprägten Stil und wiederkehrenden, auch biografisch geprägten Leitmotiven: Lebensalterzyklus, Eifersucht, Lust, Mann-Frau-Verhältnis, Tod, Angst – das bekannteste Motiv: der Schrei. Das Munchzitat als Lichterlaufband an der Kunsthallenfassade wird so verständlich: „Die Kunst ist das Herzblut eines Menschen.“ Weniger verstörende Motive sind die eigenwilligen Bilder aus dem dörflichen Milieu sowie die Porträts von Kindern und Erwachsenen. Die Ausstellung ist noch bis 26.02.2012 zu sehen. Gegen 17:30 Uhr geht es zurück auf die Autobahn, und bei einem kurzen Halt an der Raststätte Grundbergsee versorgt Busfahrer Röhr die hungrigen Seelen aus der Bordküche mit heißen Bockwürsten. Die Weiterfahrt bei heftigem Regen in Europas längster Baustrecke (72 km, Zitat Jürgen Wind) mit Geschwindigkeitsbegrenzung hinter einem Schwerlasttransporter mit gelbem Dauerblinklicht ist bestimmt eine Strapaze für unseren Fahrer. Christophorus sei Dank! – das Fahrzeug verschwindet vor Hamburg von der Autobahn. Hinter dem Elbtunnel kann die verlorene Zeit etwas aufgeholt werden. Zwischendurch kann Annegret Vahle auf die bevorstehende Austellung mit dem Thema „Von Lübeck nach Danzig“ im Haus Vahle hinweisen und von der Ausstellung in der Partnerstadt Mantes-la-Jolie berichten. Dann dankt Jürgen Wind allen für die rege Teilnahme und den (Zitat) „konfliktfreien“ Umgang miteinander und insbesondere Herrn Röhr für sein umsichtiges Fahren, der sich mit dem Wunsch verabschiedet, uns auch im nächsten Jahr wieder fahren zu dürfen. Kurz nach 21 Uhr endet die Fahrt auf dem Betriebshof Boelck in Schuby.                                                            Chronist: Peter Junge, Schleswig.

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