Exkursion: Friedrichstadt-Tetenbüll-Tating

Freitag, 17. Mai 2013 

Um 08.45 Uhr Eintreffen der ca. 20 TeilnehmerInnen auf dem Schleihallenarkplatz; nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden, Rolf-Jürgen Wind und die Organisatorin des Tagesprogramms, Annegret Vahle, Aufbruch von 6 Fahrgemeinschaften mit Privat-PKw in Richtung Friedrichstadt. Auf dem Programm steht zunächst der Besuch des Ateliers von Ewald Heitzmann mitten im Zentrum des Städtchens. 

Nach dem freundlichen Empfang durch das Ehepaar Heitzmann verteilt sich die Besuchergruppe des Kunstvereins -so gut es geht- in den kleinen Räumen, dem engen Hausflur und dem sich daran anschließenden kleinen Garten. Der Künstler und seine Frau sind stets von kleinen Gruppen Interessierter und munter fragender Gäste umlagert; sie geben bereitwillig Auskunft und der Hausherr ist sich nicht zu schade für eine kleine Demonstration seines Könnens.  Aufmerksam verfolgen die Besucher die Erläuterungen zum eigenen künstlerischen Werden und den persönlichen Vorlieben für Materialien, Techniken und Motive – es wird deutlich, dass diese drei Komponenten einander gelegentlich geradezu ‚ergebnisorientiert‘ bedingen; so etwa bei dem ungemein eindrucksvollen Werk: „Metamorphosen“, an dessen Veränderungen, um nicht zu sagen, an dessen langsamem, durch wechselnde Temperatur- und Feuchtigkeitsgrade bedingten  Verfall sich dies besonders dramatisch ablesen lässt. 

Nachdem noch ein paar kurze Gespräche, sozusagen geschäftlicher Art, den Aufenthalt abgerundet haben, verlässt die Gruppe mit einem ausführlichen Dankeschön das kleine, beeindruckende Atelier.- 

Die nächste Station ist der Anleger des Schiffes für die so genannte ‚Grachtenfahrt‘:

Nach der „Einschiffung“ folgt in strahlendem Sonnenschein eine etwa einstündige Bootsfahrt um die Friedrichstädter Altstadt herum, die sich, beginnend am Treeneufer, durch Oster~ und Westersielzug führend, als eine Inselrundfahrt darstellt. Der Bootssteurer – angesichts des Wetters und des gut besetzten Schiffes – in bester Laune, macht die Tour durch seine mehr oder weniger neuen, ortsbedingten Scherze über das ohnehin Sehenswerte hinaus zu einer launigen Angelegenheit – mit viel Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen: O-Ton: „Mit der Fischerei ist hier nichts mehr zu verdienen – wir haben hier einen ehemaligen Fischerkollegen, der ist so dünn, dass, wenn er sich ans Ufer setzt, die Enten kommen und ihn füttern..-„.

Aber irgendwann ist auch dieser schöne Törn zu Ende – und die Reisegruppe startet zur nächsten Station in Tetenbüll. Dort wird sie von einer sehr engagierten „Führerin“ empfangen; diese hat allerdings, wie sich durch ihren Vortrag und die irritierte Nachfrage der KV-Vorsitzenden Rolf-Jürgen W. bald herausstellt, eine irgendwie andere Vorstellung von ihrer Aufgabe, als es der Kunstverein sich vorgestellt hatte; soll heißen, sie ist auf die Einführung in die aktuelle Ausstellung von Ulf Petermann praktisch überhaupt nicht vorbereitet, sondern hat sich, wie wohl in der Regel von den Besuchern erwartet, darauf eingestimmt, das Haus Peters in seiner ganzen abenteuerlichen Geschichte von etwa 1765 bis heute zu präsentieren. Nun, es ist der Flexibilität der Reiseteilnehmer wie auch der der Führerin zu verdanken, dass es am Ende doch ein sehr lehrreicher Aufenthalt geworden ist. Und am Ende nimmt die Gruppe auch noch die Information mit, dass es  Ulf Petermann mit seinem Faible für ‚Lichteffekte‘, gelungen  sei, sich einen Namen als „Maler des Lichts“ zu erarbeiten. Die im Haus Peters ausgestellten – und von allen bewunderten Exponate – sind überzeugende Beispiele dafür, dass er diesen „Titel“ zu Recht trägt. 

Mit dem Abschied aus dem Haus Peters in Tetenbüll ist der „dienstliche“ Teil der Exkursion praktisch erfolgreich abgeschlossen;  nach kurzem Imbiss ‚aus dem Kofferraum‘ setzt sich die Karawane wieder in Bewegung, um einer Einladung der früheren Vorsitzenden des Kunstvereins, Dr. Anke Carstens-Richter, in ihr Heim in Tating zu folgen.

Dort erwartet die Gäste nicht nur ein freundliches Gastgeber-Paar, sondern ein ausgesprochen attraktiver Zusatzpunkt im Exkursions-Programm: Ein Besuch des „Hochdorfer Gartens“; dabei handelt es sich um eine ‚barocke Bauerngarten-Anlage‘, um den Haubarg des Eigentümers herum gelegen. Der Baubeginn des Haubargs in seiner ursprünglichen Form und Zweckbestimmung – ein Reetdach-Bauernhaus mit etwa 1000 qm (!) Grundfläche -, wird mit dem Jahr 1764 angegeben.

Die Gesamtfläche des Bauerngartens umfasst ca. 5 Hektar; sie gilt als „das bedeutendste Gartendenkmal der bäuerlichen Gartenkultur in Schleswig-Holstein“ (Zitat aus dem Flyer: „Haubarg – Hochdorfer Garten- Tating bei St. Peter-Ording“). Die umfassende und spannende Einführung Anke Carstens-Richters in die Anlage und ihre Geschichte macht neugierig darauf, sich intensiver mit ihr zu befassen.

So erlauben wir uns an dieser Stelle den Hinweis, dass das Haus mit seinem großen Park seit etwa 1999 mit ‚gemütlichen, großzügigen, komfortablen Ferienwohnungen‘ zu entspanntem Verweilen und/oder in der näheren Umgebung zu sportlicher Selbst-Ertüchtigung durch Wandern, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Reiten, Saunen, Tennis und Golfen einlädt.

Homepage: <www.haubarg-hochdorfer-garten.de>

Zu erwähnen bleibt noch der anregende, harmonische Ausklang im Hause Carstens-Richter – dann machen sich die ExkursionsteilnehmerInnen nach einem erfüllten Tag dankbar auf den Heimweg. Und von allen Seiten klingt es unisono: „..so etwas machen wir jetzt öfter..!“ 

Dr. Hans-Joachim Hupe

 

 

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