Exkursion Kiel und Heikendorf

Sonnabend, 16. November 2013: 

Gegen 09.30 Uhr Eintreffen von ca. 15 TeilnehmerInnen auf dem Schleihallenparkplatz; nach kurzer Begrüßung und Information über den geplanten Ablauf durch die Schriftführerin Annegret Vahle, macht sich die Gesellschaft in PKw-Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Kiel.

Auf dem Programm steht zunächst der Besuch der >Galerie-in-Kiel< in der Körnerstr. 31, die dort von dem uns bekannten und befreundeten Duo Mechthild Wichmann-Kramp und Helmut R. Klein betrieben wird.

In der kleinen Galerie sind ca. 20 Exponate des italienischen Malers Enrico Robusti zu sehen; ‚Robusti‘ ist tatsächlich sein Familien~ und nicht etwa ein phantasievoller Künstlername.

 

Zur Einführung macht uns die Galeristin, Frau Wichmann-Kramp, mit dem Maler, seinem menschlichen, beruflichen und künstlerischen Hintergrund vertraut.

Wir erfahren, dass der Künstler promovierter Jurist sei, dass er sich aber unmittelbar nach dem Jurastudium der Kunst zugewandt habe – orientiert an der ‚klassischen‘ Kunst der  großen holländischen Meister des 17. und 18. Jahrhunderts; dass die Bilder jener Zeit aber heute nicht mehr gezeigt werden dürften..??

Hier und heute dagegen haben wir es mit menschlichen, überwiegend weiblichen Darstellungen zu tun,  die in grellen Farben, zumeist sehr betonten weiblichen Attributen wie üppigen Brüsten, kräftigen Beinen in ‚High Heels‘, stark geschminkten Lippen und rot lackierten Fingernägeln in kaum verhüllenden leichten Kleidern, den Betrachter ein wenig ratlos lassen; dass die Gesichter dabei nicht ’schön‘ gewollt, sondern als Grimassen z.T.  bis ins Groteske verzerrt sind, macht die Sache auch nicht leichter.

Über die alle Gäste beschäftigende Frage, was den Menschen wohl treiben möge, sich durchgängig in dieser teils faszinierenden, teils abstoßenden Form zu betätigen, kann nur spekuliert werden, denn über tiefergehende Motive ist nichts zu erfahren; nur soviel, dass der Mann international bereits wohl bekannt und gefragt sei, wohl gerade mit seinen und/oder wegen seiner Ausdrucksformen von Sarkasmus, Ironie und ’scharfem‘ Humor (Bilder durch Anklicken vergrößern..).

 

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Angesichts der ausgewiesenen Preise, im Schnitt zwischen 4000.- und 9000.- Euro, kommt bei den Meisten erst gar kein Gedanke an ‚Kaufen‘ auf.

Mit einem kurzen, aber sehr persönlich gehaltenen Dankeswort des 2. Vorsitzenden und nach Übergabe der mitgeführten ‚Blumen in flüssiger Form‘ macht sich die Gesellschaft gegen 12.30 Uhr recht nachdenklich auf zu neuen Ufern.-

 

 

Gegen 14.00 Uhr sind alle Kunstreisenden im >Künstlermuseum Heikendorf< eingetroffen, dem 1865 erbauten, liebevoll restaurierten und etliche Male umgestalteten Gebäudekomplex der >Heinrich-Blunck-Stiftung<. 

– Adresse: 24226 Heikendorf, Teichtor 9, Tel.: 0431-248093;

– Homepage: www.kuenstlermuseumheikendorf.eu; E-Mail: kuenstlermuseum@t-online.de 

Claus Vahle nimmt sich die Zeit, uns in die bewegte Historie des Hauses und seiner Bewohner, insbesondere der Künstler und darüber hinaus der übrigen Angehörigen der einstigen ‚Heikendorfer Künstlerkolonie‘, einzuführen. Anschließend haben wir Gelegenheit, uns die Dauerausstellung anzusehen: Bei den Exponaten handelt es sich überwiegend um Ölbilder, Lithographien und Farbholzschnitte von im 19. und 20. Jahrhundert in Heikendorf und Umgebung tätig gewesenen und noch tätigen Künstlern; geprägt vom norddeutschen Impressionismus bis hin zum späten Expressionismus. Genannt seien hier neben dem früheren Hausherrn Heinrich Blunck (1891-1963), der sich als Maler und Lithograph einen Namen gemacht hat, einige der bekannteren von ihnen: Georg Burmester (1864-1936), Rudolf Behrend (1895-1979), Werner Lange (1888-1955), Oskar Droege (1898-1983), dessen wunderschöne Farbholzschnitte im In- und Ausland Begeisterung auslösten und noch auslösenund die Bildhauerin Karin Hertz (Jg. 1921).

Einige der Bronzeplastiken von Karin Hertz sind übrigens im Garten der Anlage zu sehen.

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Um 15.00 Uhr dann der eigentliche Grund für unseren Besuch im >Künstlermuseum Heikendorf<: Die Eröffnung der Ausstellung: „Claus Vahle – Maler und Sammler“. 

Gezeigt werden schwerpunktmäßig Bilder und Grafiken, die der Künstler im Laufe seines Lebens erworben hat.

Eine ganze Reihe regional prominenter und kompetenter Redner bemüht sich nach Kräften, dem Geehrten, seinem eigenen Schaffen und seiner erfolgreichen Sammlertätigkeit in langen Redebeiträgen ‚gerecht‘ zu werden. Die in der attraktiven Räumlichkeit ausgesprochen gut besuchte Veranstaltung bietet dafür einen angemessenen, ja würdigen Rahmen.

Und so scheinen denn am Ende alle recht zufrieden – und mit sich und der Kunst im Reinen zu sein.

Mit angeregten Gesprächen vor und zwischen den vom Künstler Claus Vahle und seinen Museumspartnern sorgfältig ausgewählten und zusammengestellten Bildern geht ein aufregender Exkursions-Tag zu Ende – und bei der Rückfahrt sind sich alle einig: Es war ein spannendes, lehrreiches Unternehmen, das die Beteiligten als Gemeinschaftserlebnis in guter Erinnerung behalten werden.– 

Dr. Hans-Joachim Hupe

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