Zur Ausstellung v. Christa Müller

Liebe Kunstfreundinnen und ~freunde, 

eine wunderbare Ausstellung mit einer sehr persönlich gehaltenen, differenzierten Einführung wird nicht dadurch schlechter, dass die Redaktion sie – zu ihrem großen Bedauern – erst mit Verspätung in unsere Homepage einstellen konnte. Die Rede ist von der Einzelausstellung unseres Mitglieds Christa Müller unter dem Titel „Werkschau“ im Foyer des >>HELIOS Klinikum Schleswig<<; die gut besuchte und vom Eröffnungspublikum sehr geschätzte Vernissage liegt inzwischen ein paar Wochen zurück; die Ausstellung selbst aber ist wie üblich für 3 Monate konzipiert, d.h. sie wird noch bis zum 16. April d.J. zu sehen sein. Sie erfreut sich großen Zuspruchs – und das manifestiert sich erfreulicherweise auch in entsprechendem Kaufinteresse. – Für alle, die an der Vernissage am 17. Januar nicht teilnehmen konnten oder die sich die Erläuterungen des bestens mit der Malerin und ihrem Werk vertrauten Eröffnungsredners, unseres 1. Vorsitzenden Rolf-Jürgen Wind, gelegentlich wieder ins Gedächtnis rufen möchten, hier ein nur geringfügig gekürzter Abdruck seiner Einführungsrede (HJH): 

Einführung anlässlich der Vernissage von Christa Müllers „Werkschau“ durch Rolf-Jürgen Wind am Freitag, dem 17. Januar 2014 

„Ich mag es, dass das Wort „Schönheit“ wieder Bedeutung erlangt. Es ist lange her, dass wir etwas „schön“ nennen dürfen“.  Mit diesen, in der Kunstszene des späten 20. Jahrhunderts eher unüblichen Prädikaten,  verehrte Gäste und liebe Kunstfreunde, reagierte ein bedeutender Kunstkritiker auf das mit dem Turner-Preis 2009 ausgezeichnete, überwiegend aus Goldblättern erstellte Wandgemälde des Kunstmalers Richard Wrights. Erst die häufig geäußerte Kritik: „..die ausgezeichneten Werke der begehrtesten jährlich stattfindenden Kunstpreisverleihungen Großbritanniens seien zu unverständlich und zu grotesk“,  hat dazu geführt, dass die in der zeitgenössischen Kunst lange verpönten Worte „Schönheit“ und „dekorativ“ aus dem Tabubereich herausgeführt werden konnten. Eben diese Prädikate „schön“ und „dekorativ“ fallen mir, wie bereits bei einigen unserer vorherigen Ausstellungen hier im Foyer, auch heute wieder ein, wenn ich die uns umgebende beeindruckende und 54 Werke umfassende Bilderschau auf mich einwirken lasse.

Meine weiteren Gedanken an die heutige Ausstellerin und ihr Verhältnis zu~ und den Umgang mit ihrer Kunst, verehrte Anwesende, führen mich zu einer  Lebensweisheit des uns allen bekannten Malers Emil Nolde. Ich zitiere: „Die Kunst kommt vom Menschen und ist für den Menschen gemacht – nicht für die Experten. Ihre Formen bilden sich aus der lebendigen Liebe zum Leben. Sie verbindet die Menschen und gibt ein positives Lebensgefühl“ – Zitatende.- Eben dieses, die Menschen verbindende positive Lebensgefühl ist es, was die in den Wirren der letzten Kriegsjahre hier in der Nähe zwischen Süderbrarup und Kappeln aufgewachsene Kunstschaffende Christa Müller uns mit ihren Bildern und ihrer lebensbejahenden Ausstrahlung zu vermitteln versteht. Und so heißt sie…uns, die Kunstinteressierten in ihrer Homepage herzlich willkommen und gibt uns das Gefühl, gern gesehene Gäste zu sein, und sie lädt uns ein zu einem Besuch in ihre virtuelle Galerie, mit dem sie uns einen Einblick in ihr  vielfältiges und breitgefächertes Kunstschaffen gewährt.

Vielfältig in den unterschiedlichsten Maltechniken; etwa bei den mit Pastellstiften gekonnt auf den Malgrund aufgetragenen und an Lebendigkeit kaum zu überbietenden  Landschafts- und Meeresbildern. Beispielgebend…nenne ich hier das Brandungsbild der Einladungskarte. OLYMPUS DIGITAL CAMERA ChristaMüller  2013_002Durch den Gegensatz der brausenden weißen Gischt,  aufgetragen auf den von der Künstlerin besonders geliebten Farbton Indigo, ist es in der Lage, in mir ein Wohlgefühl von Sommerfrische und Erholung wach zu rufen. Die Vielfältigkeit deines Kunstschaffens, liebe Christa,  zeigt sich in gleicher Weise,  bei der Betrachtung der von dir mit satten und kräftigen Acrylfarben gemalten maritimen Impressionen. In Ergänzung des Komplementäreffektes – blau/orange –  sowie ihrer gegensätzlich horizontal- und vertikalen Hängung, sind sie in der Lage, jeden Besucher dieses Hauses gleich beim Betreten des Foyers mit Freundlichkeit  zu empfangen.  Herausheben möchte ich in diesem Zusammenhang die auch heute hier in einer Vielzahl zu bewundernden, ja ich möchte sagen, professionell ausgeführten Aquarellbilder. Sie zeichnen sich aus durch eine dem Aquarell zuzuordnende charakteristische lichtdurchflutete Transparenz, die den Bildern zusätzlich durch Einsatz wohltemperierter Farbklänge ein leichtes Vibrieren verleiht – einfach toll!

Das breitgefächerte Element deines künstlerischen Schaffens wiederum, liebe Christa, erkenne ich in der Bandbreite deiner Themenauswahl, wie auch in der  Unterschiedlichkeit  der von dir bevorzugten  Motive. Egal ob es sich  um Abstraktionen, Meeres-, Landschafts- oder auch Blumenimpressionen handelt, so sind es immer Themen, die es dir zum einen ermöglichen, das Erlebte  zu verarbeiten, zum anderen aber auch dabei behilflich sind, Gedanken, Gefühle und Emotionen nach Außen zu tragen.

Verehrte Gäste, liebe Kunstfreunde, der Prozess des Malens, wie die Kunstschaffende Christa Müller mir offenbart hat, beginnt bei ihr bereits mit dem unbedingten Drang, malen zu müssen. Es ist ein Drang, der sie schon seit ihrer Kindheit begleitet, häufig auch dann, wenn sie eigentlich keine Zeit zum Malen hat. Wenn die dann folgende Entstehung des Bildes für sie z. T. mit  viel  Arbeit verbunden ist und auch ‚mal nicht ganz so gelingt, wie sie es sich vorgestellt hat, so war und  ist es für sie grundsätzlich ein spannender, von  Neugierde, Freude und Erfüllung getragener Prozess. Ein Prozess,  der in der Genugtuung mündet, etwas gewagt zu haben, was in dieser Form nur möglich erscheint, wenn man sich allein von den Motiven und seinen Emotionen leiten lässt, zusätzlich den Mut aufbringt, das Ergebnis nach Außen zu tragen und bereit ist, sich Kritikern gegenüber zu öffnen.

Liebe Christa, ich danke dir für deine offenen Worte und ich bin mir sicher, dass die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patienten und Besucher, die in den kommenden Wochen das Foyer betreten, sich an deiner Ausstellung erfreuen werden.

Bevor ich die Ausstellung nun offiziell eröffne, möchte ich meine Einführung mit einer weiteren Lebensweisheit abschließen. Die nun folgenden Sätze habe ich den Vorworten einer Arbeitsmappe der Fernakademie ABC in Paris entnommen. Sie war eine von vielen Möglichkeiten, die Christa Müller für ihre fundierte künstlerische Aus- und Fortbildung nutzte.  Ich zitiere:  „Wenn wir es auch für richtig halten, dass Sie zuerst zeichnen und dann malen lernen, so vergessen Sie in ihrer „schöpferischen Freude“ nie, dass die Kunst und das künstlerische Schaffen vor allem eine Frage der Persönlichkeit ist. Um Ihnen den Zugang – zu sich selbst – zu schaffen, schlagen wir Ihnen Themen und Übungen vor, die Ihnen aber in  jeder Beziehung Freiheit lassen; Freiheit in der Interpretation, der Ausführung und der Darstellung … denn es geht um Sie selbst und nicht um die Akademie“ – Zitatende. – In diesem Sinne erkläre ich die Ausstellung für eröffnet.

Rolf-Jürgen Wind

 

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