Der Kunstverein in Dithmarschen v. Joachim Tschesch

Liebe Mitglieder, liebe Gäste, am 09. April d.J. hatte der Kunstverein mit Sicherheit eines der absoluten ‚Highlights‘ des ersten Halbjahres zu verzeichnen: Eine aufwendig vorbereitete Exkursion ins Dithmarscher Land. Einer der Teilnehmer, unser Vorstandsmitglied und hochgeschätzter Gastredakteur Joachim Tschesch, hat sich wiederum die Mühe gemacht, den Daheimgebliebenen zur Kenntnis und den Teilnehmern zur bleibenden schönen Erinnerung einen durch etliche Bilder bereicherten, sehr eindrucksvollen Kurzbericht zu erarbeiten; lieber Joachim, herzlichen Dank dafür (HJH).

Kunstausflug nach Dithmarschen bei Frühlingstemperaturen!  

Bei mildem Frühlingswetter machten sich am Morgen des 9. April über 20 Vereinsmitglieder mit Privat-Pkws auf den Weg nach Dithmarschen, zuerst nach Meldorf zur Dombesichtigung.

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In Meldorf eingetroffen, blieb noch etwas Zeit, um eine Tasse Kaffee zu trinken, aber nur im Stehen, da gegen 10:00 Uhr nur die Dom-Bäckerei auf hatte. Claus Vahle gab den Vereinsmitgliedern einige Erläuterungen zu der Dom-Historie, bevor jeder Besucher sich im Inneren des Domes umschauen konnte.

 

Nach der Dombesichtigung fand sich die Besuchergruppe um 11:00 Uhr in der Eingangshalle des Dithmarscher Landesmuseums unweit des Domes ein, wo schon die Museumsleiterin Dr. Jutta Müller wartete, um mit der Führung durch die Ausstellung Heinrich Vogeler Die Radierungen zu beginnen. Heinrich Vogeler (1872-1942) gehörte als zentrale Figur zur Künstlerkolonie Worpswede, zu der Hans am Ende, Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Carl Vinnenden gehörten. Später kamen die bekannten Künstler Paula Becker, Klara Westhoff und Rainer Maria Rilke als Schriftsteller hinzu. In der Heinrich Vogeler Ausstellung stehen 50 Radierungen, die größtenteils vor dem ersten Weltkrieg unter dem Einfluss des Jugendstils entstanden sind, im Mittelpunkt.

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Der Lebenslauf von Heinrich Vogeler, so wie er in der Ausstellung als Wandbild präsentiert ist.

 

(hier ein Ausschnitt)

Der Barkenhoff (Birkenhof) in Worpswede wurde von Heinrich Vogeler persönlich gestaltet und hatte die Funktion eines Künstlertreffpunktes. Heute ist das Haus ein Museum.  Vielleicht kommt für den Kunstverein eine Reise in das Künstlerdorf Worpswede in naher Zukunft in Betracht?

In der Heinrich Vogeler Ausstellung wird noch an einen Dithmarscher erinnert, der das „Gedächtnis des Künstlerortes Worpswede“ genannt wird: Hans-Herman Rief (1909-2009) aus Hennstedt/Dithmarschen. Sein Lebenslauf ist ebenfalls als Wandbild ausgestellt (Auszug s.u.).

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Rief siedelte sich 1945/46 in Worpswede an und begann u.a. mit dem Aufbau des Worpsweder Archivs und einem Werksverzeichnis. Rief wurde nach seinem Tod in Worpswede begraben.

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Nach dem Ausstellungsrundgang bekamen die Ausflugsteilnehmer von der Museumsleiterin Frau Dr. Müller noch einen Einblick in die weiteren Räume des Dithmarscher Landesmuseums, in dem die Geschichte Dithmarschens dargestellt ist. Die großzügigen und gut ausgestatteten Räumlichkeiten beeindruckten sehr. Besonders faszinierend war der ehemalige Gerichtssaal mit seiner historischen Innenausstattung. Den Abschluss dieses Museumsbesuches bildete eine Schulstunde „wie früher“, die der ehemalige Schulleiter und damalige Vorgesetzte von Annegret Vahle, Herr Peter Busch, in einem historischen Klassenraum abhielt. IMG_1533 IMG_1534

Alles war früher auf Befehl und Gehorsam ausgerichtet! Beim Schreibunterricht jetzt hatten auch die Älteren einige Probleme.-

Wer noch mehr über Heinrich Vogeler erfahren möchte, dem sei der Roman „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick empfohlen, der in der Zeit der Künstlerkolonie in Worpswede spielt.

Die Teilnehmer bedankten sich bei der Museumsleiterin mit einem großen Applaus. Jürgen Wind überreichte ein Präsent des Vereins für die ausgezeichnete Führung an diesem Frühlingstag. Die Vogeler-Ausstellung dauert noch bis zum 12.Juni 2016.

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Nach einer Mittagspause in Meldorf machten die Besucher sich mit ihren Autos auf den Weg ins 30 Km entfernte Brunsbüttel, wo in der Stadtgalerie des Elbeforums um 15:00 Uhr die Ausstellung „Polaritäten.50Jahre einer Künstlerehe“ mit Bildern von Hanne Nagel-Axelsen und Peter Nagel wartete. Die Führung nahm die Chefin der Stadtgalerie MA Silke Eikermann-Moseberg selber in die Hand. Damit war Claus Vahle entlastet, der sich auf eine Führung vorbereitet hatte. Er konnte aber zwischendurch noch wertvolle Ergänzungen beitragen.

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IMG_1544 IMG_1545Ein großformatiges Bild Peter Nagels, das die Farbnuancen von Rot und Grau sowie die räumliche Perspektive gut zur Geltung bringt. Die Bilder der beiden Künstler waren fantastisch und regten alle Besucher zum Nachdenken an. Auch diese Teilnahme an der 2. Ausstellung des Tages fanden die Künstlerfreunde aus Schleswig lohnenswert.

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Jürgen Wind bedankte sich im Namen aller und überreichte ein Präsent.

Zur Stärkung ging es im Anschluss noch in ein Deich-Cafe´ mit folgendem Deichspaziergang. Eine rundum gelungene Exkursion an die Westküste Schleswig-Holsteins.

Text und Bilder : J.Tschesch

 

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