Kunstreise 2016: Zur „Kunst am Rhein“ v. J.Tschesch

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, liebe Gäste, unser Kunstverein hat in der Zeit vom 24. Mai bis zum 27. Mai d.J. als herausragendes Ereignis die >Kunstreise 2016< an den Rhein durchgeführt. Zur Freude der Mitreisenden (und des gesamten Vorstandes..!) hatte sich unser Vorstandsmitglied und bewährter Gastredakteur Joachim Tschesch schon im Vorfeld bereit erklärt, einen Reisebericht zu verfassen. Dieser liegt uns nun vor – und wird im folgenden – weitgehend „original“ – wiedergegeben. – Lieber Joachim, das ist keine Kleinigkeit gewesen, sondern eine echte ‚Großtat‘. Kenner wissen, wieviel Arbeit in so einem Projekt steckt; deshalb auch von hier aus besonders herzlichen Dank für Deine Mühe – verbunden mit der Bitte um Nachsicht wegen der teils aufwendigen, aber systembedingten kleinen Änderungen (HJH).

– Reise des >Kunstvereins Schleswig u.U.e.V.< im Mai 2016 ins Rheinland –  

Aus den Staus zum Staunen in die Museumslandschaft Köln/Bonn

Tag 1 –  Dienstag,  24. 05. 2016   

Die Gepäckklappe des Royal Class Busses der Firma Bölck schloss sich pünktlich um 07:00 Uhr morgens  auf dem Betriebshof in Schuby. Damit konnte Norbert anschließend den Bus starten. Da alle Reisenden sich nett unterhielten, überhörte der eine oder andere die Bemerkung des Fahrers: „Mal sehen, wie es vor Hamburg aussieht, aber ich bin guter Dinge“.

Leider gestaltete sich unsere Anreise ( 31 Teilnehmer) durch kilometerlange Staus vor Hamburg und später sogar auch vor Köln sehr langatmig. Im Stau vor Hamburg verteilte Jürgen die ausführlichen Info-Mappen zur Einstimmung auf die Fahrt. Das Frühstück fand in einer Autobahnraststätte zwischen Hamburg und Bremen statt. Bis hierhin begleiteten uns noch ein paar Regenschauer. Danach wurden die Regenschirme für 4 Tage nicht mehr benötigt.

Zur Mittagszeit gab es für uns an einer weiteren Raststätte an der Autobahn A1 im Freien ein Catering-Mittagessen der Fa. Bölck. Norbert servierte dazu noch Kaffee, Tee oder Kaltgetränke. Dadurch war seine Lenk-Pause unserer Ansicht nach sehr reduziert. Derweil vergnügten sich einige Kunstreisende mit einer Tanzeinlage. Nach einem weiteren Stauerlebnis vor Köln grüßte am Rhein der Dom herüber. – Die Busfahrt dauerte insgesamt 10 (zehn!) Stunden, bis endlich das City Class Hotel Residence, Alter Markt in Köln gegen 17:00 Uhr erreicht war. Die angemeldete Dom-Führung fiel leider aus.

Nach dem Einchecken im Hotel trafen wir uns später im Brauhaus Sion in einer Nebenstraße zum gemeinsamen Haxen-Abendessen. Ein großer Salatteller war das Alternativangebot als leichte Kost.

Noch ein paar offizielle Anmerkungen zu den Kellnern in den Kölner Brauhäusern: Die blau gewandeten Kellner der Kölner Brauhäuser werden Köbes gerufen. Ein netter KöbesSie sind nicht aus der Ruhe zu bringen und um keine spitze Bemerkung verlegen. Gegenüber Bettler und Kaiser sind sie gleichermaßen mürrisch. Unaufgefordert bringen sie ein neues Kölsch, wenn das Glas des Gastes leer ist; anderseits lassen sie sich aber nicht zur Eile antreiben. Ihre Aufmerksamkeit dem Gast gegenüber hängt häufig davon ab, ob er ihnen sympathisch ist…-

Zum Essen wurde traditionell Kölsch Bier in 0,2 Gläsern eingeschenkt. Nur mit „Deckel drauf“ konnte das Nachschenken unterbrochen werden. Im Anschluss an das Abendessen fanden sich noch kleine Gruppen zusammen, um nach einem Spaziergang den ersten Abend gemütlich in einer Kneipe ausklingen zu lassen. Damit konnten einige auch vermeiden, sich zu lange in den zwar modernen aber sehr engen Hotel-Zimmern aufzuhalten. – ‚Der Tag ging gut gelaunt zu Ende‘.                                                                       01 02 04 06 07 

 

Fotos Tag 1 –

01: Frühstücken in der Autobahnraststätte –  02: Regenschirm Tschüss! – 03: Der Rhein ist erreicht, der Dom ist in Sicht – 04: Hotel City Class Residence, Alter Markt – 05: Tagesausklang im kleinen Kreis.

 

Tag 2 – Mittwoch, 25. 05. 2016  

Nach dem ausgezeichneten Frühstück im Hotel konnten wir noch einen Spaziergang zum Dom (10min) unternehmen. Der Dom ist Weltkulturerbe. Die Eindrücke dieses lange Zeit größten Gebäudes der Welt sind überwältigend. Die Bauzeit alleine dauerte von 1248 bis 1880.

Weitere Details unter: www.koelner-dom.de

Das Museum Ludwig befindet sich unmittelbar neben dem Dom. Hier konnten wir Kunstreisenden die Ausstellung „Malerei im Raum“ von Fernand Léger sehen. Zwei freundliche Museums-Führerinnen begrüßten alle, teilten die Besucher in zwei Gruppen und übergaben die Audio-Phones. In der Ausstellung staunten wir über die Exponate des Künstlers. Fernand Léger

Fernand Léger (Wikipedia)

Fernand Léger (1881-1955) war ein vielseitiger Künstler der Moderne, der in seinen Arbeiten oft versuchte, Natur und Technik in Verbindung zu bringen.

An dieser Stelle lasse ich die Kuratorin Katia Baudin zu Wort kommen:  Im Ju­biläum­s­jahr des Mu­se­ums­baus wirft die Ausstel­lung Malerei im Raum ein neues Licht auf ei­nen der vielfältig­sten und ein­fluss­reich­sten Kün­stler der Mod­erne. Fer­nand Léger (1881–1955), Zeitgenosse von Pab­lo Pi­cas­so und Ge­orges Braque, strebte mit seinem Werk nach ein­er Syn­th­ese der Kün­ste. Er dre­hte Filme, schuf Wandgemälde für Pri­vathäus­er und öf­fentliche Ge­bäude wie die UN-Ver­wal­tung in New York, ent­warf Kostüme und Büh­nen­bilder sowie Kirchen­fen­ster. Malerei im Raum ist die er­ste Über­blick­sausstel­lung, die das Au­gen­merk auf Fer­nand Légers Wandgemälde und Wand­malereien richtet.

Die in­ten­sive ma­lerische Au­sei­nan­derset­zung mit dem ge­baut­en Raum war für den gel­ern­ten Ar­chitek­turzeich­n­er Léger von höch­ster Be­deu­tung. Er en­twick­elte enge Verbin­dun­gen zu Sch­lüs­sel­fig­uren der mod­er­nen Ar­chitek­tur weltweit. Malerei im Raum erkun­det die Früchte die­s­es Dialogs und ver­fol­gt die En­twick­lung von den frühen 1920er Jahren bis zu seinem Tod 1955. Zu ent­deck­en sind faszinierende und oft un­er­wartet ex­per­i­men­telle Pro­jekte, die un­ter­schiedliche Arten der Zusam­me­nar­beit aufweisen.

Die Präsen­ta­tion un­ter­sucht tem­poräre und per­ma­nente ma­lerische In­ter­ven­tio­nen Légers im öf­fentlichen und pri­vat­en Raum (Häus­er, Woh­nun­gen, Kirchen, Schiffe, Wel­tausstel­lun­gen usw.) sowie nicht re­al­isierte Pro­jekte an­hand ein­er Auswahl von Wandgemäl­den, ver­wandten Ar­beit­en, En­twür­fen, Sk­izzen und Doku­men­ten aus der Zeit, die die Ar­beit­en kon­tex­tu­al­isieren.

Aus­gangspunkt ist das Wandgemälde Les Plongeurs (Die Tauch­er, 1942) für das Pri­vathaus des New York­er Ar­chitek­ten Wal­lace K. Har­ri­son, das Peter und Irene Lud­wig vor 30 Jahren speziell für den Mu­se­ums­bau er­war­ben. Den Sch­w­er­punkt Wandgemälde – darun­ter Werke, die noch nie ihren Ent­ste­hung­sort ver­lassen haben – ergänzen Gemälde, Skulp­turen, Pro­jekt­sk­izzen und Archiv­ma­te­rial. Ar­beit­en in den Bereichen des ex­per­i­men­tellen Films, Gra­fikde­signs, Tex­tilde­signs (Wandtep­piche und Tep­piche) sowie Kostüm- und Büh­nen­bil­den­twürfe beleucht­en die Wandgemälde im Zusam­men­hang des Ge­samtw­erks.

Die Ausstel­lung vereint er­st­ma­lig rund 170 Werke sowie um­fan­greich­es Quel­len­ma­te­rial mit be­deu­ten­den Lei­h­gaben aus wichti­gen eu­ropäischen und amerikanischen Samm­lun­gen, wie dem Mu­se­um of Mod­ern Art, dem Solo­mon R. Gug­gen­heim Mu­se­um in New York, dem Art In­sti­tute of Chica­go, dem Kun­st­mu­se­um Basel, dem Cen­tre Pompi­dou und dem Cen­tre na­tio­n­al des arts plas­tiques in Paris, dem Musée Na­tio­n­al Fer­nand Léger in Biot, dem Dans­museet Stock­holm, dem Cen­tre Ca­na­di­en d’Ar­chi­tec­ture in Mon­tréal und der Fon­da­tion Le Cor­busi­er in Paris“ (Ku­ra­torin: Ka­tia Baudin).

Nach gut zwei Stunden Aufmerksamkeit für „Malerei im Raum“ stärkten wir uns im Museumscafé und gingen dann zum „Bölck-Bus“, der am Dom zur Fahrt ins Siebengebirge auf uns wartete. Zuerst fuhren wir zum Drachenfels (321m), einem „der meistbestiegenen Berge Europas“, wie es uns von unserer Siebengebirgs-Reiseführerin erzählt wurde. Vergnügungsgipfel

Wir nahmen die älteste Zahnradbahn Deutschlands (1883 noch mit Dampflock), die uns in wenigen Minuten nach einem Zwischenstopp an der Mittelstation auf das Aussichts-Plateau der Bergruine brachte. Über dem Rhein lag ein leichter Dunstschleier. Dadurch war die Sicht etwas eingeschränkt. Für den Bau des Kölner Doms wurden übrigens auch Steine vom Drachenfels verwendet.

Unser nächstes Ziel war Heisterbach mit seiner Klosterruine . Klosterruine Heisterbach

Die Klosterruine Heisterbach ist der Überrest einer ehemaligen Zisterzienserabtei im Siebengebirge (Stadtgebiet Königswinter) (Wikipedia). Angeschlossen ist eine Parklandschaft die viel Ruhe ausstrahlt. Heutzutage gibt es auf dem Gelände ein Hilfs- und Informationszentrum für Schwangere und alleinerziehende Frauen in Notlagen.

Anschließend fuhren wir noch durch einige rechtsrheinische Orte im Siebengebirge, bevor wir gegen 18.30Uhr wieder unser Hotel erreichten.  Viel Erholungszeit war nicht drin, denn es stand ab 20:00Uhr noch eine Schifffahrt auf dem Rhein mit Abendessen im Programm. Eine Stunde stromaufwärts nach Süden, dann nach einer Wende schneller mit dem Strom Richtung Norden.  An der Anlegestelle „schossen“ wir vorbei, dann wendeten wir bei der Kölner Zoobrücke erneut und verabschiedeten uns pünktlich um 22:00Uhr vom Schiff .  Am Abend fanden sich wieder Kleingruppen zum Tagesausklang zusammen. Damit ging auch dieser Tag gut gelaunt zu Ende.

Fotos Tag 2 – 01: Kölner Dom (geschmückt) – 02: Steinerne Könige neben dem Eingang – 03: Beeindruckende Glasfenster – 04: Eingang zum Museum – Ludwig – 05: Ausstellungs-Bild – 06: Aussicht auf die Insel Nonnenwerth – 07: Kunst und Burg Drachenfels – 08: Chorruine Heisterbach – 09: Leicht erschöpft zuhören – 10: Klosterlandschaft Heisterbach – 11: Treffen an der Anlegestelle zur Schiffstour – 12: Hungrige Passagiere…- 

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Tag 3 – Donnerstag, 26. 05. 2016

Nach dem Frühstück im Hotel gingen wir an diesem kirchlichen NRW-Feiertag ( Fronleichnam) zum Bus, der schon in der Nähe des Doms auf uns wartete. Wir starteten nach Bonn zur Bundeskunsthalle, wo man uns gegen 10:00Uhr zur Führung durch die Ausstellung „Parkomanie“ erwartete.

Parkomanie –

Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler  –  13. Mai bis 18. September 2016

Ein genialer Gartenkünstler wird wiederentdeckt: Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871), eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks in Bad Muskau/Łęknica (UNESCO Weltkulturerbe), Babelsberg (als Teil der Potsdamer Kulturlanschaft ebenfalls UNESCO Welterbe) und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Diesen drei bedeutendsten Gartenanlagen des Fürsten und den damit verbundenen innovativen Ideen widmet die Bundeskunsthalle diese Ausstellung.

Herrm. Fürst v. Pückler-MuskauHerrmann Fürst von Pückler-Muskau (Wikipedia)

An die Führung im Inneren der Kunsthalle schloss sich im Teil 2 die 1200 Quadratmeter große Gartenlandschaft nach Pückler-Muskau auf dem Dach der Kunsthalle an. Wir wechselten gerne in den Sonnenschein, da die Blumen im Vormittagslicht herrlich leuchteten. Wir staunten über die gelungenen Arrangements der Beete. Um 12:15 Uhr wechselten wir wieder, diesmal unter die Sonnenschirme des Museumscafés, um uns ausgiebig zu stärken. Andere Museumsliebhaber sahen sich eine weitere Sammlung in der Kunsthalle an.

Anschließend startete der Bus zur Rückfahrt (ohne Stau) nach Köln. An der Zoobrücke stiegen einige Teilnehmer aus, um mit der Rheingondelbahn den Rhein zu überqueren. Alle anderen ließen sich am Dom absetzen, für ein bisschen Zeitvertreib in der Stadt.

Am frühen Abend trafen wir uns wieder. Diesmal am „Peters Brauhaus“ in unmittelbarer Hotelnähe. Plätze waren reserviert, ein Menü war geordert. Kölsch-Bier war wieder Trumpf. Der Tagesausklang fand für unsere Gruppe bereits traditionell auf dem Markt – diesmal vor dem Irish Pub – statt. Es gab Guinness Bier. – Auch der dritte Tag ging gut gelaunt zu Ende.

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Fotos Tag 3 –  01: Staunen über Pücklers Baum-Pflanzmaschine – 02: Fassadenwellen mit Spiegeln – 03: Ausstellungsplakat – 04: Jeanette beantwortet Fragen? – 05: Zitat von Fürst Pückler – 06: Kleine Künstler zwischen Kunst – 07: Blühende Gartenlandschaft – 08: Staunende Gartenbesucher – 09: Gezähmter Garten – 10: Wo die Gondeln den Rhein überqueren – 11: Wasserstandanzeige – 12: Peters Brauhaus – 13: Jugendstil-Glasdecke – 14: Wann kommt das Menü? – 15: Gäste werden bedient..-

Tag 4 – Freitag, 27. 05. 2016

Nach dem Frühstück wurden die Koffer gepackt und in einem separaten Raum deponiert. Dann blieb noch Zeit, einige Mitbringsel zu besorgen oder einen letzten Spaziergang am Rhein zu unternehmen, evtl. noch einen weiteren Museumsbesuch zu absolvieren. Anstelle eines weiteren Museums (z.B. Schokoladenmuseum), fanden wir in der Innenstadt noch eine Chocolaterie, wo es diverse leckere Schoko-Kreationen gab. Probieren war möglich und Kaufen sowieso…- Dann fuhr der Bus am Hotel vor. Koffer wurden verstaut und um 13:00 Uhr starteten wir zur Rückreise nach Schuby, die diesmal ohne Stau verlief. Um 20:45 Uhr hatten wir den Betriebshof erreicht.

Vorher wurde den Organisatoren Jürgen und Annegret für ihre Mühen in der Vorbereitung und Durchführung gedankt. Fahrer Norbert bekam ein Extra-Lob für umsichtige Fahrweise, Nervenstärke in den Staus und guten Service.

Eine eindrucksvolle Frühjahrsreise des Kunstvereins, die vergnüglich und harmonisch verlief, ging kurz vor Sonnenuntergang in Schuby zu Ende.

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Fotos Tag 4 01: Ein letzter Blick zum Dom – 02: Wandschmuck in der Chocolaterie…–

 

 

 

Text und Fotos:          Joachim Tschesch

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