Kunst- und Malreise nach Polen

Der Kunstverein hat für dieses Jahr eine ganz besondere Reise geplant. Es sollen nicht nur Museen und Architektur erkundet werden, sondern die künstlerisch Aktiven werden auch vor Ort zu Skizzenblock, Stiften oder zum Pinsel greifen, um die herrliche Landschaft Hinterpommerns, die schon Pechstein oder Schmidt-Rottluff begeistert hat, festzuhalten. An dieser Fahrt können auch Nichtmitglieder des Kunstvereins teilnehmen. Wer durch den nun folgenden Brief an die Mitglieder Lust bekommt, sich anzuschließen, melde sich bitte bei Jürgen Wind oder Annegret Vahle.

 

                                                                                                                                                                                                                                         Schleswig, 4.Februar 2017

Liebe Kunstvereinsfreunde,

im letzten Infobrief habt ihr/haben Sie erfahren, dass die nächste Kunstreise vom 19. 6. – 24. 6. 2017 nach Polen ins ehemalige Hinterpommern geht. Inzwischen ist die Fahrt noch genauer geplant und wir hoffen auf viele Teilnehmer! Diese Reise wird etwas ganz Besonderes, denn diejenigen, die künstlerisch tätig sind, sollen Zeit bekommen zu zeichnen und zu malen, während die anderen in der Zeit kleine Ausflüge machen, sich an fantastischen Sandstränden erholen bzw. in der Ostsee oder im hoteleigenen Pool baden können. Möglich wären auch Fahrradtouren durch die größtenteils unberührte Landschaft am Lebasee oder Spaziergänge im duftenden Kiefernwald.

Nun zum geplanten Verlauf:

Montag, 19. 6.

Abfahrt um 6.30 Uhr ab Schuby mit einem modernen Reisebus der Firma Bölck. Mittags Ankunft in Stettin – Einquartierung im 4*- Hotel Radisson Blue, zentral gelegen. Auf einer Stadtrundfahrt werden wir die schöne Stadt an der Oder zunächst kennenlernen, einzigartige Bauwerke, wie das prächtige Renaissance-Schloss der pommerschen Herzöge, die monumentale Hakenterrasse oder die als größter Sakralbau Pommerns geltende Jakobi-Kirche bewundern. Unser Mitglied Prof. Dr. Tadeus Uhl, der auch an der Stettiner Universität unterrichtet, wird die Führung übernehmen und uns sicher auch auf besondere Dinge in der wieder aufgebauten Altstadt hinweisen.

Dienstag, 20. 6.

Vormittags besuchen wir – wenn möglich – das Kunstgymnasium, Alternativen werden noch erarbeitet. Dann geht es nach Kolberg, dem traditionsreichen Kurbad an der Ostseeküste. Der Ort wurde in den Kämpfen 1945 zu 90 Prozent zerstört, aber auch hier ist die schöne Altstadt größtenteils wiederaufgebaut. Sehenswert sind natürlich auch die Strandpromenade und das neue Hafenviertel.

Am Nachmittag werden wir Leba erreicht haben. Nach der Einquartierung im komfortablen Hotel „Leba Hotel &SPA“ (mit Hallenbad!!) bleibt Zeit für einen ersten Bummel durch den Ort oder ein Gang zum nahe gelegenen herrlichen Strand. Der Skizzenblock darf bereits eingesetzt werden! Vielleicht erleben wir schon unseren ersten Sonnenuntergang, ein wirklich großartiges Erlebnis in Leba!

Mittwoch, 20. 6.

Nirgendwo an der Ostseeküste ist der Sand feinkörniger als in Leba. Wie zarter goldener Mehlstaub rieselt er durch die Finger. Ihm verdankt das schon von Max Schmeling geschätzte Seebad seine größte Attraktion: die Wanderdünen. Auf einer schmalen Nehrung zwischen Ostsee und Lebasee ziehen sie sich kilometerlang dahin und haben unter sich Wälder und auch das alte Leba begraben. Abgestorbene Baumstümpfe ragen vereinzelt aus den Dünen empor, die Ruinenreste der alten Kirche sind wieder freigelegt. Mit roten offenen Elektrotaxen geht es nach dem Frühstück etwa 5km lang durch einen Kiefernwald bis an den Rand der Lonske – Düne. Nach ihrer Besteigung erblickt man eine wüstenähnliche Landschaft von einzigartiger Schönheit. Nun wird Zeit genug sein zum Malen, zum Wandern, zum „einfach nur genießen“.

Am Nachmittag wird der Ort erkundet. Gemeinsam besuchen wir die Maria-Himmelfahrts-Kirche, denn hier ist das wohl einzige Bild zu sehen, das Max Pechstein 1945 malte – ein Auftrag von der neuen polnisch- katholischen Gemeinde. Es zeigt eine Maria, stehend auf einer Weltkugel, die in der tosenden Ostsee schwimmt. Zur spannenden Geschichte des Gemäldes mehr vor Ort. Dann bleibt es jedem selbst überlassen, ob er einen ausführlichen Hafenspaziergang macht, durch die quirlige Hauptstraße bummelt oder romantische Wege entlang der Leba (Fluss) nimmt. Bei gutem Wetter wird die geplante Abendfahrt auf der Ostsee sicher zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Donnerstag, 21. 6.

Zwei großartige Ziele erwarten uns an diesem Tag. Zunächst fahren wir zur größten gotischen Burg Europas, der Marienburg, dem vollendeten Meisterstück der Ordensritterarchitektur. Sie gilt als das weltgrößte Architekturensemble aus Backstein und ist seit 1997 in die Weltkulturerbeliste aufgenommen. Nach einer Führung durch die eindrucksvolle Anlage und einer Stärkung im stimmungsvollen Gothic Cafe geht es in die alte Hansestadt Danzig. Auch sie wurde im 2. Weltkrieg zu neunzig Prozent zerstört, wurde aber in den Nachkriegsjahrzehnten nach historischen Plänen mit viel Sachverstand und Liebe zum Detail wieder zum Leben erweckt. So können wir wieder zu herrlichen Patrizierhäusern, zum Krantor, zur Marienkirche oder durch die Frauengasse, um nur einiges zu nennen, geführt werden.

Freitag, 22. 6.

Nicht nur Max Pechstein, auch Karl Schmidt-Rottluff, George Grosz, Ivo Hauptmann oder Gerhard Fietz weilten immer wieder in Leba, um die großartige Dünenlandschaft einzufangen. Pechstein schwärmte von dem „Paradies aus Luft und Sonne, Sand und Meer“. Die Künstler hielten malerische Orte am Lebasee fest, zeichneten Fischer, Badende und die Landbevölkerung.

Am letzten Tag wollen wir auf den Spuren der großen Meister wandeln, berühmt gewordene Motive aufsuchen. Dazu gehören der heilige Berg Revekol oder das Fischerdorf Rowe an der Lupow-Mündung. Swolowo ist eines der ältesten und das am ursprünglichsten erhaltene Dorf Polens mit gotischer Dorfkirche, malerischem Anger, und vielen Bauernhäusern mit „kariertem Fachwerk“. Ein Freilichtmuseum lädt die Nicht-Künstler zum Verweilen ein. Wir werden durch traumhafte, ruhige Alleen fahren, vielleicht Störche entdecken, die in Scharen pflügenden Bauern folgen, durch entlegene Dörfer kommen, in denen die Hühner über die Straße laufen und wo die Zeit stehengeblieben scheint und gelegentlich anhalten, um diese Dinge zu skizzieren oder zu betrachten.

Am Abschiedsabend werden wir im Hotel eine „ungerahmte“ Ausstellung im Hotel machen, uns an den Bildern erfreuen, über sie reden … und planen, wie wir sie in Schleswig einem größeren Publikum darbieten können.

Samstag, 24. 6.

Nach dem Frühstück direkte Rückfahrt nach Schuby.

 

Wer Lust hat, an dieser besonderen Fahrt teilzunehmen, melde sich bitte bis zum 28. Februar bei Jürgen Wind (04621-934018  oder  juergen.wind@gmx.de) oder Annegret Vahle (04621-360215 oder anneclaus@gmx.net) verbindlich an.

Preis pro Person  (Halbpension)  bei mindestens 30 Teilnehmern      654 ,00 €

                                                                     bei mindestens 35 Teilnehmern      616, 00 €

Einzelzimmerzuschlag                                                                                 168, 00 €

 

Für heute herzliche Grüße und vielleicht sehen wir uns ja „dor, wo de Ostsee ein wittschümig Well nah de anner up den gelen Sand rullt un sei denn glik wedder trügg hal´t in´t Meer“!

Annegret Vahle

(2. Vorsitzende)

 

 

 

 

 

 

 

 

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