Besuch des Schifffahrtsmuseums

Nach einem mehr oder weniger langem Zwischenstopp besuchten die Teilnehmer der Exkursion nach der Landesschau gestärkt das Schifffahrtsmuseum. Davon berichtet unser Schriftführer Horst-Peter Junge.

Nach der gemeinsamen Mittagspause im Café / Bistro der Stadtgalerie fanden wir uns in getrennten Gruppen zu einem Besuch des Schifffahrtsmuseums in der Fischhalle am Sartorikai ein.

Die ehemalige Fischauktionshalle von 1910 hatte die Bombardierung des Kieler Hafens im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und war nach Errichtung des neuen Seefischmarkts an der Schwentinemündung ab 1978 zum Museum für Kiels maritime Geschichte umgebaut worden. Innen erinnert nichts mehr an die ursprüngliche Verwendung, aber der lichtdurchflutete freitragende Hallenbau beeindruckt noch immer.

Es war keine Führung verabredet, so dass jeder von uns nach eigenem Gusto die Ausstellung durchstreifen konnte, und da gab es viel zu sehen: Schiffsmodelle und Originalboote, Marinemalerei und Seestücke, nautische Geräte und Erzeugnisse der Fischereiwirtschaft, maritime Exponate und Werbeplakate, einen Schiffsdiesel, das Wracksegment eines U-Boots, ein Modell des Sartorikais um 1930 mit der Fischhalle und vieles mehr.

Mit ausführlichen Texten zu den Museumsexponaten wird Kiels Geschichte als Hafenstadt, Marine- und Werftenstandort, Zentrum des Seehandels und der Fischereiwirtschaft sowie Mittelpunkt des Segelsports vermittelt.

Der Status Kiels als Flottenstützpunkt des Kaiserreichs, die häufige Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. anlässlich Manövern, Staatsempfängen, Stapelläufen und seine  persönliche Förderung, verhalf gerade der Marinemalerei zu einer anhaltenden Blüte, was mit Gemälden von Fritz Stoltenberg (Kaisersalut, 1900), Franz Müller-Gossen (Kaiseryacht „Hohenzol-lern“ an der Spitze der Manöverflotte, 1909) und anderen Künstlern in der Ausstellung dokumentiert ist. Diese Bilder faszinierten uns ungeachtet ihres propagandistischen Charakters noch heute durch ihre  beeindruckende Maltechnik und Suggestionskraft. Beispiele ähnlicher Propagandakunst gab es auch aus der Zeit der Nazidiktatur zu sehen.

Weitere Exponate thematisieren den Neubeginn der Kieler Wirtschaft mit Hilfe des Marshallplans, insbesondere den Aufschwung des Schiffbaus im Wirtschaftswunder, und die Rolle Kiels als Zentrum des Segelsports.

 

Fazit: Eine Ausstellung zum Nachdenken über die Wechselfälle der Geschichte und den unverzichtbaren Beitrag der Kunst zu ihrer Dokumentation; der Besuch lohnte sich!

                                                                                                                                                                                                                       

 

 

 

                                                                                                                                                                                          Bilder: Horst-Peter Junge, Claus Vahle

 

 

 

 

 

 

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