Exkursion des KV zur Ausstellung „Unvollendet – Hans Fuglsang“

Am 17. Februar 2018 bot der Kunstverein eine Exkursion nach Flensburg an. Ziele waren der Museumsberg und der „Projektraum für Kunst- und Kulturschaffende“ in der Norderstraße.  Dr. Anke Carstens-Richter, Kunsthistorikerin und Ehrenmitglied des KV, verfasste kenntnisreich und anschaulich einen Bericht von diesem lohnenden Ausflug. Herzlichen Dank, liebe Anke!

Der Name des Malers Hans Fuglsang war bisher nur wenigen Kunstkennern geläufig, denn der 1889 in der damals deutschen Stadt Hadersleben geborene, stets kränkliche Sohn des wohlhabenden Brauereibesitzers der Stadt starb bereits im Alter von 28 Jahren im 1. Weltkrieg. Seine Werke blieben größtenteils im Familienbesitz, denn er hatte es nie nötig, Bilder zu verkaufen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der Titel der Ausstellung „Unvollendet“ auf dem Museumsberg in Flensburg war treffend gewählt, denn die Qualität der Arbeiten des Künstlers lassen vermuten, dass er sich zu einem herausragenden Expressionisten entwickelt hätte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon als Kind waren das Zeichnen und Malen seine liebsten Beschäftigungen. Seinen ersten Unterricht erhielt er in seinem Elternhaus von einem Künstler, den die Eltern als Privatlehrer engagiert hatten. Später studierte er zunächst in Dresden und danach in München, kehrte dann aber zurück nach Hadersleben, wo die Familie in einer großbürgerlichen Villa, an einem See mit Insel gelegen, lebten. Diese Insel taucht auf mehreren seiner frühen Ölbilder auf, denn die Eltern hatten sie ihm geschenkt und ein Atelier darauf erbauen lassen. Deshalb ist sein Segelboot ebenfalls darauf zu sehen, in unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Zahlreiche Selbstporträts zeugen von einer intensiven Selbstbefragung. Später fertigte er auch etliche Porträts von Familienmitgliedern und Bekannten an, z.B. ein Ganzkörperporträt seiner Tennispartnerin. Besonders eindrucksvoll ist eine Cafehausszene, das zwei gelangweilt am Tisch sitzende Damen der oberen Gesellschaftsschicht zeigt, mit Fuchskragen geschmückt und Zigaretten rauchend. Ein häufig wiederkehrendes Motiv sind Tänzerinnen und Theaterszenen.

 

 

 

 

 

 

 

 

                                     Fotos: Joachim Tschesch, Fred Zimmak

Seine Zeichnungen sowie seine Druckgrafiken zeugen von einer enormen  Könnerschaft. Während die frühen Gemälde von Hans Fuglsang, gemalt mit lockerem Pinselstrich, den Einfluss des Impressionismus zeigen, hat er später mit seinen überlängten Figuren auch Impulse des Jugendstils aufgenommen und sich ebenfalls von der starken Farbigkeit des Expressionismus inspirieren lassen. Dabei hat er eine ganz eigene, eindrucksvolle Bildsprache entwickelt.

 

Nach dem Besuch dieser sehenswerten Ausstellung auf dem Museumsberg lernten die 14 Mitglieder des Kunstvereins, die sich an der Exkursion beteiligten, noch das Projekt der Künstlerin  Dany Heckt in der Flensburger Altstadt kennen. Sie hat in einem alten Haus in der Norderstraße, erbaut etwa um 1890, so etwas wie ein Kulturzentrum installiert, in dem sie selbst Kurse gibt, aber auch an andere Künstler vermietet, die dort beispielsweise Lesungen veranstalten oder musizieren können.

 

 

 

 

 

2 comments to Exkursion des KV zur Ausstellung „Unvollendet – Hans Fuglsang“

  • WK

    Vielen Dank!
    Aufgrund der klaren Beschreibung und der Bilder kann ich mir nun
    doch einen gewissen Endruck vom bisher unbekannten Maler Hans Fuglsang machen.
    Wolfgang Klockow

  • WK

    Vielen Dank!
    Aufgrund der klaren Beschreibung und der Bilder kann ich mir nun
    doch einen gewissen Endruck vom bisher unbekannten Maler Hans Fuglsang machen.
    Wolfgang Klockow

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