Skagen: Kunst, Sand und Sonne

Es ist schon Tradition, dass Fahrten des Kunstvereins Petrus auf ihrer Seite haben. Wieder lachte die Sonne, als sich am 7. Mai frühmorgens 27 unternehmungslustige Kunstinteressierte bei Firma Bölck in Schuby trafen und in einem 5*- Bus die Reise an die Nordspitze Dänemarks antraten. Nach einer Stärkung mit Kaffee und leckeren Brötchen, serviert von unserem Busfahrer Peter auf der Höhe von Aarhus,

 

 

 

 

 

 

ging es weiter nach Hjörring, wo wir freundlich i det hyggelige hotel PHÖNIX empfangen wurden. Alle zeigten sich zufrieden mit ihren Zimmern und folgten gut gelaunt unserem Guide durch die Hauptstadt des historischen Vendsyssel- mit 25994 Einwohnern etwa so groß wie Schleswig. Wir wollten vor allem einige der vielfältigen Skulpturen sehen, von denen es gut 250 gibt und die die Bildhauerkunst der letzten 150 Jahre widerspiegeln. Wir haben uns  „nur“ 17 genauer angesehen und lernten bei unserem Rundgang gleich ein wenig die Altstadt, die drei romanischen Kirchen und die beiden Museen kennen.

 

 

 

 

 

 

    Von den Skulpturen möchte ich drei vorstellen, die unterschiedliche Stilarten vertreten. Interessiert schauten sich die Teilnehmer die mächtige Plastik „Tyren“ von Jan Buhl an, die er 1951 geschaffen hat. Den naturalistisch dargestellten Stier hat der Bildhauer in einer charakteristischen Position eingefangen. Er senkt seinen Kopf und verkörpert mit seinem angespannten muskulösen Körper Kraft, Angriffslust und Temperament.

 

Erik Heides Plastik „Ein Gruß aus der nächsten Zeit“  von 1984 wurde von der Stadt Hjörring ein Jahr zuvor für die Museumsgade in  Auftrag gegeben.  Gewünscht wurde ein Werk, das die Verbundenheit der Gegenwart mit der Vergangenheit unterstreicht. So schuf der Künstler aus Gusseisen und  Granit eine Art steinzeitlichen Wagen, der abstrakte und realistische Formen verbindet und damit versinnbildlicht, dass hier schon immer  Handel betrieben  wurde. Außerdem weist er auf das Historiske Museum am Ende der Straße.

 

Das bedeutenste Kunstwerk ist der „Fountain“ (1989) des berühnten dänischen Künstlers Björn Nörgaard. Durch ein großes Portal verziert mit glasierten Kacheln erreicht man den faszinierenden P. Nörskjaers Plads von hoher Aufenthaltsqualität. Auf einem 1600 m² großen Gelände wurden zwei neue Gebäudereihen errichtet. Dazwischen schuf der Bildhauer eine fast symmetrische Brunnenanlage. Im Hauptbecken mit einem großen Granit in der Mitte tragen sechs verzerrte Bronzefiguren

 

 

 

 

 

 

die riesige Midgardschlange, deren Gift Sigyn in einer Schale auffängt. Aus dem Becken läuft das Wasser durch drei kleine Teiche. Aus einem erhebt sich zu einer Wassermusik regelmäßig eine Fontäne. Umrahmt wird der Wasserlauf von kleineren geometrischen Plastiken, während dreizehn meterhohe, stark stilisierte, farbige Figuren in einem Kreisbogen die Anlage abschließen. In der Mitte fällt eine vergoldete Plastik auf – es ist Jesus, umgeben von seinen Jüngern, die allerdings eher an Star Wars Roboter erinnern. Nörgaard verbindet christliche Elemente mit Symbolen der nordischen Mythologie, erreicht durch seine Darstellungsweise eine Verbindung von weit zurückliegender Vergangenheit und ferner Zukunft.

Nach dem anregenden Stadtbummel erholten sich die meisten in einem der vielen Cafes, Unentwegte suchten noch unbekannte Plätze auf und einige ruhten sich erst einmal im Hotel aus, wo uns um 18 Uhr ein wirklich köstliches Abendessen erwartete.

Dr. Anke Carstens-Richter wählte den 8. Mai für ihren Bericht und schildert sachkundig den Besuch in Skagen, die dortigen Maler und  Museen. 

Der strahlende Sonnenschein begleitete uns auch nach Skagen, an den nördlichsten Ort von Jütland. Berühmt ist die kleine Stadt nicht nur wegen der Skagen-Maler, die dort ab 1880 in der bis heute bekannten Künstlerkolonie fröhliche Feste gefeiert und sich gegenseitig inspiriert haben, sondern auch wegen der durchgehend ockergelben, zumeist einstöckigen Häuser mit den roten Ziegeldächern, die an den Rändern weiß angestrichen sind. Eines der größten Gebäude der Stadt mit einem zauberhaften Innenhof ist “Bröndums Hotel”, der Hauptaufenthaltsort der Skagen-Maler. Es liegt dem weitläufig angelegten Museum direkt gegenüber, in dem eine Vielzahl von teilweise großformatigen Gemälden der Künstler zu sehen sind. Dort ist jetzt auch das holzgetäfelte Speisezimmer mit den Porträts der Künstler und zahlreicher bekannter Gäste des Hotels eingebaut, in dem sich die Malerfreunde immer wieder getroffen, ihre Werke vorgezeigt, darüber diskutiert und gefeiert haben.

Zum Zentrum der Künstlerkolonie ist das bereits seit 1859 existierende Hotel deshalb aufgestiegen, weil der von Bornholm stammende Michael Ancher (1849-1927) nach seinem Kunststudium an der Kopenhagener Akademie und mehreren Studienreisen u.a. nach Paris und Italien während eines Sommeraufenthalts die  besonderen Lichtverhältnisse  in Skagen schätzen gelernt und  sich in das damals noch relativ kleine Fischerstädtchen sowie in die Gastwirtstochter Anna Bröndum verliebt hatte. 1874 zog er ganz nach Skagen und 1880 heirateten die beiden. Anna kam übrigens in derselben Nacht zur Welt, in der Hans Christian Andersen 1859 im elterlichen Gasthaus logierte. Deshalb glaubten die Eltern, dass sie mit einem besonderen künstlerischen Talent ausgestattet sei. Sie wurden nicht enttäuscht, denn Annas Mal- und Zeichentalent zeigte sich schon im Kindesalter.

Anna und Michael Ancher bewohnten nach ihrer Heirat zunächst ein Nebengebäude des Hotels, bevor sie sich ein Künstlerhaus mit zwei Ateliers in der unmittelbaren Nachbarschaft bauen ließen, ein sehr geräumiges für Michael Ancher, ein erheblich kleineres für Anna. Dieses Haus gehört jetzt ebenfalls zum Museum, weil die gemeinsame Tochter Helga es vor ihrem Tod 1964 dem Skagen – Museum übereignet hat. Eines der schönsten Ölbilder von Anna Ancher mit dem Titel “Sonnenschein in der blauen Stube” aus dem Jahr 1891 zeigt die häkelnde – oder strickende – , etwa zehnjährige Helga auf einem Stuhl sitzend in der Nähe des Fensters im Wohnzimmer ihres Elternhauses mit der blau gestrichenen Wand, die durch den Lichteinfall geradezu magisch beleuchtet wird. Ein zauberhaftes Bild, nicht so realistisch gemalt wie die Bilder ihres Mannes, sondern mit einem impressionistischen Touch.

 

Michael Ancher bevorzugte Themen aus der Welt der Fischer, die er beim Anlanden ihres Fanges, beim Hochziehen der Boote auf den Strand, beim Kampf mit den Wellen oder auch in Trauer vereint zeigt. Auf dem Gemälde “Der Ertrunkene” von 1896  sind die über den Toten gebeugten trauernden Familienmitglieder zu sehen, umgeben  von den Fischerkollegen, alle mit gesenkten Köpfen. Der Tote ist noch  in seinem gelben Ölzeug auf einem Tisch aufgebahrt. Alle Figuren sind in Lebensgröße dargestellt und das seitlich durchs Fenster einfallende Licht spielt auch bei dieser Komposition eine zentrale Rolle.

 

Michael Anchers größter Rivale war Peder Severin Kröyer (1851-1909), gleichzeitig aber auch sein Freund. Der in Norwegen geborene Maler war bei seiner Tante in Kopenhagen aufgewachsen, hatte dort ebenfalls die Akademie besucht und war nach mehreren Sommeraufenthalten 1894 ebenfalls mit seiner Frau Marie nach Skagen gezogen.  Eines seiner berühmtesten, großformatigen Gemälde zeigt die beiden Freundinnen Anna und Marie bei einem Strandspaziergang bei gleißendem Sonnenschein in weißen, bodenlangen Sommerkleidern von hinten, Marie durch einen goldenen Gürtel und einen Hut besonders hervorgehoben.

 

P.S. Kröyer hatte übrigens die Idee, die Wände im oberen Bereich des Speisesaals in “Bröndums Hotel” mit Porträts auszustatten, was die Malerfreunde mit Begeisterung aufnahmen, und die fja jetzt im Museum zu sehen sind. Zu diesen Malerfreunden gehörten u.a. Holger Drachmann, Christian Krogh, Laurits Tuxen und Viggo Johansen, alle etwa um 1850 geboren.

Nicht zuletzt durch die Ausstellungen der Skagen-Maler im In- und Ausland wurde das Städtchen immer populärer und veränderte seinen Charakter. Heute ist es vor allem eine Touristen-Stadt, hat aber immer noch einen bedeutenden Fischereihafen.

 

Außerdem ist es etwas ganz Besonderes, einige Kilometer nördlich vom Zentrum in Grenen mit einem Fuß in den Wellen des Kattegat, mit dem anderen im Skagerak zu stehen und die übereinander schlagenden Wellen zu beobachten. Auch das haben wir am Nachmittag sehr genossen und werden es sicherlich nie vergessen.

 

 

 

 

 

Nun noch von mir eine kurze Ergänzung: Weil wir es in Leba  nicht geschafft haben, gemeinsam einen Sonnenuntergang zu genießen, schlug Jürgen vor, nach Lökken zu fahren. Unser Busfahrer kannte für dieses Abenteuer einen idealen Platz und verwöhnt durch geistige Getränke stimmten wir fröhliche Lieder an – natürlich von Wulfs Akkordeon begleitet – und genossen das Naturschauspiel. Wie stimmungsvoll dieser Abend war, zeigen die folgenden Bilder.

 

 

 

 

 

Am Mittwoch, dem 9. Mai hieß unser Ziel Aalborg, Nordjütlands quirlige Hauptstadt. Doch zunächst galt es, ein besonderes Ereignis gebührend zu feiern: Jürgen Winds Geburtstag. Bereits auf der Rücktour von Skagen wurde für ein Geschenk gesammelt, eine Geburtstagskarte geschrieben und das rechtzeitige Eintreffen zum Frühstück geplant. Als das Geburtstagskind endlich frisch geduscht erschien, wurde es mit einem Ständchen und den besten Wünschen gefeiert.

In Aalborg war unser erstes Ziel das Kunsten Museum of Modern Art, selbst ein Kunstwerk der klassischen Moderne, wie uns unsere Führerin erläuterte. 1972 wurde es von dem finnischen Stararchitekten Alvar Aalto entworfen. Berühmt wurde es durch die einzigartige optimale Beleuchtung der Kunstwerke  mittels der strategisch plazierten Oberlichter, die ein diffuses Licht zu jeder Tageszeit ermöglichen.

Zunächst wurden wir durch die Seitengalerien von Kunsten geführt, wo in einer Dauerausstellung die Hauptwerke der eigenen Sammlung gezeigt werden, die in einer Art „Petersburger Hängung“ dichtplaziert zu bewundern sind. Zu sehen sind alle Strömungen des späten 19. Jahrhunderts (Abbildung links), des 20. und 21. Jahrhunderts wie sie von dänischen Künstlern aufgegriffen wurden. Beeindruckend die Bilder, die vom Expressionismus beeinflusst sind und Arbeiten der Gruppe Cobra. Die letzte Abbildung zeigt eine Plastik von Wilhelm Freddie,  des wohl berühmtesten dänischen Surrealisten.

 

 

 

 

 

 

 

Kunsten besitzt eine umfangreiche Sammlung von Werken des dänischen Künstlers Michael Kvium, die in einer Focus-Ausstellung gezeigt werden. Nicht jeder von uns konnte den absurden, tragikkomischen, teilweise perversen  Gemälden viel abgewinnen. Sie regten jedoch zur Diskussion an, stimmten nachdenklich.

 

 

Fasziniert zeigte sich die Gruppe von der großartigen  filmischen Installation „The Refusal of Time“ von William Kentbridge, die bereits weltweit ausgestellt worden ist.

Die größte Begeisterung rief jedoch die finnische Künstlerin Kaarina Kaikkonen hervor, deren Ausstellung You Remain in Me am Nachmittag eröffnet werden sollte. Wir hatten das Glück in den Park zu gelangen und ließen uns von der riesigen Installation, die vom Aalborg – Turm hinunter bis ins Museumsglände reicht, begeistern. Auf langen Drähten

hängen hunderte von Hemden und Shirts. Ein Engelsflügel ist zu erkennen, der an den verstorbenen Vater erinnert, genau so wie die Hemden, denn bei denen des Vaters fand die damals Zehnjährige Trost bei seinem plötzlichen Tod.

 

Übrigens : das Outdoor – Kunstwerk soll Pate stehen für eine verkleinerte Version beim Kreativ Hus, die beim Sommerfest im August eingeweiht werden soll.

Nach dem Museumsbesuch erkundeten die Reisenden auf eigene Faust Aalborg. Zunächst genoss sicher jeder einen Imbiss in der stimmigen Altstadt, bewunderte vielleicht Dänemarks prächtigste Renaissance-Häuser und den Dom, oder tauchte ein in die quirlige Einkaufsmeile. Im Bus wurde begeistert vom Limfjord Musikkens Hus, dem Utzon Center und dem Kulturcenter Nordkraft berichtet, für jeden hatte die Stadt also etwas zu bieten.

Für Donnerstag, den 10. Mai hat Wulf Schady die Berichterstattung übernommen und schildert anschaulich und humorvoll die eindrucksvollen Erlebnisse auf den berühmten Wanderdünen.

Die Sonne lacht, der Tag wird schön – da wollen wir auf Reisen geh´n!  Unser umsichtiger und humorvoller Fahrer Peter fährt uns wie geplant Richtung Skagen, wo uns zwei Naturphänomene erwarten: Die Wanderdüne Rabjerg Mile und die von einer weiteren Wanderdüne versandete Kirche St. Laurentius von Skagen.  Annegret  gibt uns während der Hinfahrt jeweils interessante Details zu beiden Zielen kund: Die Wanderdüne Rabjerg Mile ist über 40m hoch und bedeckt eine Fläche von 120 ha. Jedes Jahr legt die Düne ca. 15m von West nach Ost zurück, bis sie um das Jahr 2130 die Ostsee erreicht haben wird. Nach weiteren 30 Jahren wird sie dort den örtlichen sandigen Meeresgrund im Kattegat bilden.

 

 

 

 

 

 

Am Ziel angekommen, steigt ein Großteil von uns auf „Barfußmodus“ um – ein lohnenswerter Entschluss bei dem 1 km langen Anmarsch zur Anhöhe durch feinen, warmen Sand! Die dunklen Anteile in dem sonst gelben Sand erklärt uns unser Heimat-und Sachkunde-Experte Helge. Sie bestehen aus Metalloxyden  und gelegentlich sogar aus Halbedelstein -Partikelchen. Die Aussicht um uns herum ist einmalig. Bei dem herrschenden Glückswetter streift der Blick vom Skagerrak um die NO-Spitze von Jütland bis zum Kattegat. Welch eine Kulisse!  Jürgen und Ingeborg holen ihr Malzeug hervor und können in der Weite der Dünenlandschaft ein (zunächst) einsames Plätzchen finden.

 

Es geht weiter zur Tilsande Kirke. Wie uns Annegret berichtet, wurde die Kirche Ende des 13. Jahrhunderts in dem damals 2500 Einwohner zählenden Skagen gebaut. Trotz einer großen Wanderdüne konnte der Eingang in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts 20 Jahre lang freigeschaufelt werden, bevor man die Kirche aufgab. Das Kirchenschiff, dessen Ausmaße durch Pflöcke heute sichtbar sind, wurde abgerissen und die Steine von den pragmatisch denkenden Skagenern in eigenen Wohnhäusern verbaut. Der Turm wurde durch königlichen Erlass als Seezeichen bewahrt. Man kann durch eine enge Wendeltreppe bis zum höchsten Fenster gelangen. Unsere Mannschaft verzichtete weise auf diesen Teil der Reise!

 

Zum Bus zurückgekehrt, hatte unser Fahrer Peter bereits Hunger- und Durststillendes zubereitet. Welch´ ein Service! Der weitere Verlauf des Nachmittags war am Vortage durch ungünstige Wetterprognosen noch offen geblieben. Dank moderner Wetter-APPS konnte Entwarnung gegeben werden. Einige von uns wollen nach der Rückkehr in Hjörring bleiben, die meisten von uns zieht es weiter nach Lökken, zur Westküste.

Hier wollen wir den vom Absturz bedrohten Leuchtturm Fyr  auf dem Rudbjerg Knude (dän. Knude = Erhebung) aufsuchen. Da er nur noch knapp 10 m von der ca. 50 m hohen Kliffkante entfernt steht, und diese Kante jährlich um 5m abbricht, ist dem Fyr nur noch eine kurze Lebenszeit vergönnt. Nähere Informationen findet man unter dem Stichwort <Rudbjerg Knude> bei Wikipaedia. Der 1,5 km lange Anmarsch durch die Dünenlandschaft erfordert wiederum einen vorübergehenden „Barfußmodus“. Die großartige Landschaft, die in ihren Ausmaßen gewaltige Steilküste und die unermessliche Kraft der Zerstörung verfehlen nicht ihren Eindruck auf uns. Die Natur ist mächtiger als wir; nicht wir beherrschen die Natur, sondern sie uns!

Nach Rückkehr ins Hotel ist ein erstes Kofferpacken angesagt. Nach dem Abendessen wollen wir in gemütlicher Runde einen fröhlichen Abschiedsabend gestalten. Die Wirtin hat uns hierfür einen eigens für uns mit Stuhlkreis eingerichteten Raum zur Verfügung gestellt.

Jürgen bedankt sich bei allen, die zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben. Zu unserer Freude haben sich die mitreisenden Nichtmitglieder Bärbel, Maike und Ingeborg für einen Beitritt zum Kunstverein entschlossen. Mit einer kleinen Erinnerung aus der Hand von Jürgen und unserem lauten Beifall werden die drei Neumitglieder willkommen geheißen.

Anschließend gibt es Ratespiele per Wort, Zeichnung oder Pantomime, bei denen viel gelacht wird. Zwischendurch werden Lieder gesungen, die ich gern auf dem Akkordeon begleite. Das alles schafft eine wunderbare Gemeinschaftsstimmung. Mit diesen Eindrücken beenden wir unseren ereignisreichen Tag. Er ist zugleich ein vorläufiger mentaler Abschluss unserer gelungenen Reise!

 

 

Viel zu schnell eilten die Tage dahin und nun heißt es schon wieder Abschied nehmen. Doch ein weiterer Höhepunkt erwartet uns noch auf der Rückfahrt am 11. Mai: das berühmte ARoS in Aarhus, eines der größten Kunstmuseen Nordeuropas. 2011 wurde Your rainbow panorama des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson auf dem Dach des Museums errichtet, ein großartiges Kunstwerk, das aus einem runden 150 m langen und 3 m breiten Gehweg aus Glas in allen Farben des Spektrums besteht und einen fantastischen Blick auf Stadt und Bucht in ständig wechselnder Farbigkeit bietet. Bei wieder strahlendem Sonnenschein genossen wir die verfremdeten Blicke auf Aarhus und manche auch noch die einladende Dachterrasse.

 

 

 

 

 

Pünktlich um 13 Uhr versammelten sich alle im Eingangsbereich und warteten auf die nun beginnende Führung. Und dann kam Sophie!, eine sehr attraktive junge Frau, die uns temperamentvoll zunächst durch die Dauerausstellung führte. Voller Begeisterung, sehr kenntnisreich und manchmal auch ein wenig ironisch interpretierte sie einige Meisterwerke des Goldenen Zeitalters, des Modernismus und der Gegenwart,

wie etwa das große Gemälde Rytterkampen ved Aarhus den 31. maj 1849  des berühmten  dänischen Tier-, Schlachten- und Genremalers Jörgen Sonne. Es schildert Mut und  Patrionismus der dänischen Soldaten, aber Sophie wies uns darauf hin, dass die Pferde nicht den Boden berührten, dass die Dänen aussahen wie Wikinger und dass es trotz der Schlacht keine Toten gab. Stellvertretend für den Modernismus brachte uns Sophie  Harald Giersings Bild Ung dame i lyseblat (1918) näher

 

und schließlich begeisterte sie uns für den großen Surrealisten Wilhelm Freddie. 

Voller Elan führte uns Sophie schließlich zum größten und bekanntesten Jungen von Aarhus, zu Boy (1999), einer fast 5 m hohen hyperrealen Plastik des Australiers Ron Mueck. Unsicher aber auch wachsam kauert er in der großen Halle. Auf Sophies Anweisung hin umrundeten wir den Jungen und nahmen voller Staunen seinen unterschiedlichen Gesichtsausdruck wahr: je nach Standort des Betrachters wirkte er freundlich oder sehr ernst, fast ängstlich.

 

Auf unseren besonderen Wunsch führte uns Sophie noch durch die Sonderausstellung James Rosenquist. Neben  bekannten Werken wie  President Elect (1961) faszinierte die etwa 50 m lange monumentale Installation The Swimmer in the Econo-mist (1997/98), die den Fall der Mauer und den Wirtschaftsboom der 1990er Jahre in einem rauschhaften Motivstrudel übersetzt.

 

 

 

 

 

Damit geht eine wunderbare Kunstreise zu Ende. Eine Minute vor 18 Uhr erreichte unser Busfahrer Peter unseren Ausgangspunkt Schuby – eine Punktlandung! Was zeichnete diese Fahrt aus? Sicher das fantastische Wetter, die gute Unterkunft,  aber vor allem eine kunstinteressierte fröhliche Gemeinschaft, die sich auch den neuen Teilnehmern öffnete,  die sich an dem Dargebotenen erfreute und die Mischung aus Kunst und Natur sehr zu schätzen wusste.

Fotos: Wolfgang Klockow, Wulf Schady, Annegret und Claus Vahle

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