Kunstgenuss dank Fussmann und NordArt

Zwei großartige Ausstellungen besuchten die Mitglieder des KV nach der Sommerpause: im Schloß Gottorf  Fußmann. Von Anfang an und die NordArt in Büdelsdorf.

Über 150 Bilder werden bis Ende Oktober in der Reithalle anlässlich des 80. Geburtstags des berühmten Malers ausgestellt. Es sind überwiegend noch nicht gezeigte Werke aus sechs Jahrzehnten, die verdeutlichen, wie sich der Stil des Malers gewandelt hat, aber wo dennoch Kontinuitäten zu sehen sind. Gezeigt werden vor allem Landschaften, aber auch farbenfrohe Aquarelle, in dunklerer Farbigkeit gemalte Stillleben und viele Figurenbilder. Begeistert zeigten sich alle Teilnehmer von den älteren Bildern, wie den Darstellungen verlassener Räume seiner Berliner Jahre – viele mit arrangierten Stillleben – und natürlich von den berühmten Blumenbildern. Die neuen großen Landschaften und Menschendarstellungen mit dem stark pastosen Farbauftrag fanden eher ein geteiltes Echo, doch auch ein kritischer Blick gehört zum Besuch einer Ausstellung. Trotzdem fand natürlich jeder Besucher mehrere Bilder, die ihn begeisterten. Dazu abschließend sinngemäß ein Zitat des Künstlers:“Man sollte die Bilder einzeln betrachten und eher das, was einem gefällt. Die anderen kann man links liegen lassen.“

Nun einige Fotos von Esther Goldschmidt, Fred Zimmak und Claus Vahle, die den Besuch der Ausstellung lebendig werden lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in diesem Jahr führte der Kunstverein wieder eine Exkursion zur NordArt durch. Wegen der hohen Teilnehmerzahl wurden wir in zwei Gruppen durch die Ausstellung geführt und befassten uns so mit unterschiedlichen Kunstwerken.

Die NordArt lebt von den verschiedenartigen Perspektiven einzelner Kulturen und und präsentiert Bilder, Skulpturen, Fotografien und Installationen von Künstlern aller Stilrichtungen. So findet jeder Besucher Werke, die ihn besonders ansprechen. Das brachte mich auf die Idee, unsere fotografierenden Mitglieder zu bitten, mir für diesen Artikel Bilder zu mailen, die ihnen besonders gefallen haben und die getroffene Auswahl nach Möglichkeit zu begründen. Danke allen, die das getan haben! Leider ist zwar nicht immer der Künstler des gewählten Werkes genannt worden, aber ich denke, all die vielen Namen merkt man sich sowieso nicht.

Fred Zimmak schrieb zu seiner Auswahl, dass die NordArt fantastische Künstler ausgesucht hat und er schlecht sagen könne, was er am besten fände. Bei seinen eigenen Arbeiten fotografiert er vor allem schöne Dinge. Politische oder kritische Inhalte zu erfassen findet er schwierig. Deshalb bewundert er Kunst, die das ausdrückt. Dazu zählen der „Stinkefinger“ im Park, die „Hammer“ (Kommentar: Was für eine Kreativität es doch gibt!), oder die Hiroshima-Bombe (die aus so vielen Schrauben hergestellt ist, wie es Atomsprengköpfe auf der Welt gibt) und die Skulptureninstallation „Der Fluss fließt nach Osten“, in der Figurengruppen aus dem alltäglichen Leben und aus  unterschiedlichen Epochen kombiniert sind.

 

 

 

 

 

 

 

Axel Michaelsen hat die Serie „Just a woman – Havanna -New York von Ekaterina Zacharova gewählt,  die übrigens für ihre impressionistische Bilderserie den diesjährigen Publikumspreis bekam. Seine Begründung: Die Bilder zeigen für mich Ausstrahlung und Lebenshaltung der Großstadtmenschen. Man spürt die Schnelllebigkeit, Energie und Lebenssituation in ihren Bildern.

 

 

 

 

 

 

Joachim Tschesch wählte – wie einige andere auch – einen 3-D-Druck von Tomas Pavlacky und schrieb dazu: Ich sehe ein weißes Kunstobjekt umringt von viel „ROT“. Weiter entschied er sich für eine Video-Installation von Ulrike Schüttler, in der er seine Ehrenamtsaufgabe „Wahlbeobachtung“ erkannte und schließlich fragte er bei seinem 3. Foto: Ich vermute, MAO bekommt die Kunst „erklärt“? Zu diesem Werk von Li Zhan Yang, dessen Arbeiten in bedeutenden internationalen Kunstsammlungen vertreten sind, sei anzumerken, dass es zu der konzeptionellen Themenreihe „Beobachtete Geschichte“ gehört. Als engagierter Wegweiser steht Joseph Beuys hinter dem herrschaftlich thronenden Mao Tse-tung. Ein revolutionärer Künstler weist einem revolutionären Politiker den Weg!

 

 

 

 

 

 

Hannelore Utermann mailte kommentarlos die Fotos folgender interessanter Kunstwerke:

 

 

 

 

 

 

Helmut Utermann fand für seine ausgewählten Bilder folgende Titel: Die Erdmännchen lassen sich hängen  –  Der lachende rote Soldat  –  Hai auf dem Trockenen  –  Die Großen schlucken die Kleinen

 

 

 

 

 

 

 

Claus Vahle begeisterte sich für die Kuscheltierobjekte der polnischen Künstler Wocial und Tuszynska, weil sie realistisch und unwirklich zugleich sind, aber auch unsere Gegenwart kommentieren. Des weiteren faszinierten ihn „Die Dämonen des 20. Jahrhunderts“ des großen Bildhauers Jan Koblasa, der 2017 verstorben ist und den die NordArt mit einer Präsentation seiner Werke in der Wagenremise ehrte. Schließlich wählte er die Fiberglas-Skulptur „Augenhöhe“ von Michal Gabriel aus, der sie mit Hilfe digitaler 3-D-Werkzeuge geschaffen hat. Eine Technik, wie Vahle schrieb, die er sich kaum vorstellen könne, aber die ja unglaublich viele neue Möglichkeiten eröffnet.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss möchte auch ich drei Werke vorstellen, die mich besonders angsprochen haben. Da ist einmal der von mir schon lange geschätzte Maxim Brandt, der auf seinen Bildern eine absurde, poetische Realität schafft, die viele Rätsel aufgibt. Ich bewundere sowohl seine Fantasie als auch seine akribische Malweise. Desweiteren haben mich die Bilder von David Hanvald angesprochen. Ich fand es erstaunlich, dass er neue Wege in der abstrakten Malerei gefunden hat, obwohl er natürlich auf die Künstler des 20. Jahrhunderts zurückgreift. Seine Werke stimmten mich einfach fröhlich. Helge Thielemann führte uns beim privaten Rundgang ganz begeistert zu den Schränken von Stefan Bircheneder, und wirklich, die als Trompe-l´oeil angelegten Variationen von Metalltüren sahen einem wirklichen Spind eines Fabrikarbeiters täuschend ähnlich. Diese gehören zu dem Zyklus „Nur für Personal“, der sich mit dem Wandel der Arbeitswelt in der Industrie beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

 

Ich hoffe, der Rundgang durch die NordArt 2018 hat Ihnen Spaß ein wenig Spaß gemacht und Ihr Interesse geweckt für die nächste im Jahr 2019. Wie schön, dass eine der bedeutendsten Ausstellungen  moderner Kunst so leicht zu erreichen ist!

Fotos: Hannelore und Helmut Utermann, Annegret und Claus Vahle, Fred Zimmak, Esther Goldschmidt, Joachim Tschesch, Axel Michaelsen, 

 

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