Anne Paysen-Petersen „Mächte und mehr“

Viele Kunstinteressierte waren zur Vernissage der Ausstellung „Mächte und mehr“ mit Bildern von Anne Paysen-Petersen im HELIOS Klinikum gekommen. Inke Asmussen begrüßte alle herzlich im Namen des Klinikums und  Annegret Vahle für den Kunstverein. Anstelle einer Laudatio führte Rolf-Jürgen Wind ein unterhaltsames Gespräch mit der Künstlerin.  Die Zuhörer erfuhren, dass Anne Paysen-Petersen, gebürtig in Dresden, zunächst an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert hat. Einer ihrer Lehrer dort war Wolfgang Mattheuer, einer der Mitbegründer der Leipziger Schule, die eine Richtungsänderung weg vom sozialistischen Realismus erreichte und bedeutsam wurde für das Kunstschaffen in der DDR. Die Künstlerin schätzte schon damals den großen Meister, denn er konnte den Studenten sehr sachkundig Kunst vermitteln. Jahre später entdeckte sie auf der Kunstreise des KV nach Dresden  in der Gemäldegalerie Mattheuers Sisyphos-Bilder und war sehr erfreut darüber, dass auch er sich mit Sagen und Mythen beschäftigte, die ja auch eines ihrer großen Bildthemen sind.

Am 17. Juni 1953 beteiligte sich Anne Paysen-Petersen mit anderen Studenten an einer Demonstration gegen das DDR-Regime. Sie wurden beobachtet und man legte ihnen nahe, die Hochschule zu wechseln. So ging sie an die Uni in die Abteilung Kunsterziehung. Ein Jahr lang unterrichtete sie noch in der DDR, doch 1958 gelang der Familie die Flucht in den Westen. Anne Paysen-Petersen machte die Referendarzeit nach und erhielt anschließend eine Stelle an der Lornsenschule in Schleswig, wo sie bis 1997 wirkte, vorwiegend in Leistungskursen. Einige ehemalige Schülerinnen waren sogar zur Vernissage erschienen!

Allzu viel Zeit zum Malen blieb der Künstlerin nicht während ihrer Lehrtätigkeit. So sind die meisten der ausgestellten Bilder erst später entstanden. Die Besucher können sich erfreuen an kraftvollen Blumenbildern und Stillleben und etlichen sehr lebendig wirkenden Aktstudien, bei denen die Proportionen stimmen (Zitat: Das haben wir als Realisten gelernt). Zu entdecken sind ferner ansprechende Porträts sowie stimmungsvollen Landschaften. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 20. November 2018. (Fotos: Claus Vahle)

 

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